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"Wir werden uns widersetzen"

Europäische Fan-Union gegen Super-League-Pläne

"Wir werden uns widersetzen"

Zahlreiche Fanorganisationen in Europa, darunter die BVB Fanabteilung, positionieren sich klar gegen Pläne einer europäischen "Super League".

Zahlreiche Fanorganisationen in Europa, darunter die BVB Fanabteilung, positionieren sich klar gegen Pläne einer europäischen "Super League". imago images

Die Idee einer Super League mit den größten Klubs des Kontinents kommt immer wieder öffentlich auf den Tisch, wenn ein Zyklus der Champions und Europa League endet und Reformen der Wettbewerbe, inklusive deren Vermarktung, anstehen. Zuletzt hatten sich FIFA, UEFA und nationale Ligen gegen einen möglichen neuen Top-Wettbewerb positioniert. Mit einer Superliga, in der die heute reichsten Klubs fast unter sich wären und bleiben würden, liebäugeln die Bosse von Spitzenklubs vor allem in Spanien und Italien, wie Real Madrid, FC Barcelona und Juventus Turin. In sondierende Gespräche waren wiederholt auch die "Big Six" der Premier League sowie aus der Bundesliga in erster Linie Borussia Dortmund und der FC Bayern München involviert worden.

Im Hintergrund tangieren die Super-League-Koketterien die sportpolitischen Machtkämpfe von UEFA und FIFA. Beim Weltverband ist das Interesse privater Investoren an einem Milliardenspiel der Klub-Elite hinterlegt. Derzeit verfolgt die FIFA noch ihren Plan einer ausgedehnten Klub-WM.

"Ein illegitimes und gefährliches Projekt"

Die neue Europa-Union der Fans sagt dazu: "Uns verbindet der gemeinsame Widerstand gegen die Schaffung einer europäischen Super League. In den Augen der überwältigenden Mehrheit der Fans ist das ein unpopuläres, illegitimes und gefährliches Projekt. Eine derartige Liga würde das europäische Modell des Sports, das auf allgemein anerkannten Prinzipien wie sportlicher Leistung, Auf- und Abstieg, Qualifikation zu europäischen Wettbewerben über nationale Erfolge und finanzieller Solidarität beruht, zerstören. Sie würde zudem auch die wirtschaftliche Basis des europäischen Fußballs untergraben und noch mehr Reichtum und Macht in den Händen einiger weniger Topklubs konzentrieren. Wir sind uns bewusst, dass der Fußball dringend einer umfassenden Reform bedarf. Vorschläge zu diesem Zweck müssen jedoch darauf abzielen, ein Chancengleichgewicht in den europäischen Wettbewerben wiederherzustellen, die nationalen Ligen zu schützen, die Interessen der Fans zu wahren und für eine gerechtere Verteilung der Einnahmen zu sorgen."

Eine Super League würde keines dieser Ziele erreichen - "ganz im Gegenteil", heißt es. Der Reiz einer geschlossenen Liga liege auf der Hand: "Sie ermöglicht es großen Vereinen, außerhalb des Platzes erfolgreich zu sein, selbst wenn sie auf dem Platz scheitern." Dies widerspreche "der Natur des Wettbewerbs". Die Sorge der Supporter: "Pokalsensationen werden unmöglich, der Traum, den eigenen Verein jemals in Europa spielen zu sehen, wird zerstört."

Alle Vereine müssten "die gleiche Chance haben, sich für europäische Wettbewerbe zu qualifizieren, und zwar auf Grundlage von harter Arbeit, Entschlossenheit und Können und nicht auf Grundlage des Kontostandes oder vergangener Erfolge". Eine Super League würde zudem "die nationalen Wettbewerbe weiter untergraben und die bestehenden Ungleichheiten innerhalb und zwischen den Ligen verschärfen".

Die Erklärung schließt mit der Ankündigung: "Wir werden uns weiterhin allen Versuchen widersetzen, eine Super League durch die Hintertür einzuführen"

Zu den Erstunterzeichnern aus Deutschland zählen: Bündnis aktiver Fussball Fans, F_in Frauen im Fußball, Queer Football Fanclubs, Unsere Kurve, FanRat 1.FC Magdeburg, Südkurve 1. FC Köln, Fanabteilung Mainz 05, Supporters Mainz, Nordkurve Leverkusen, Südkurve München, BVB Fanabteilung, Nordkurve Mönchengladbach, Nordwestkurve Frankfurt, Förderkreis Nordtribüne Hamburger SV, Förderkreis Ostkurve Hertha BSC Berlin, HSV Supporters Club, Ultras Gelsenkirchen, Supporters Crew Freiburg, Supporters Wolfsburg.

Zum Thema: FIFA und UEFA schreiten ein: Superliga in Europa wird untersagt

Jörg Jakob