2. Bundesliga

"Wir waren nicht gut": Klartext statt Kummer beim 1. FC Nürnberg

Darmstadt bejubelt spätes Tor - Trainer Anfang lobt sein Team

"Wir waren nicht gut": Klartext statt Kummer beim Club

Bittere Schlusspointe: Der 1. FC Nürnberg musste sich am Montagabend durch ein Gegentor in der Nachspielzeit geschlagen geben.

Bittere Schlusspointe: Der 1. FC Nürnberg musste sich am Montagabend durch ein Gegentor in der Nachspielzeit geschlagen geben. imago images

Als Felix Lohkemper den Ball nach gut einer Stunde mit einem feinen Schlenzer im Darmstädter Tor untergebracht hatte, da sah es so aus, als könnte es dieses Mal anders laufen. Als könnten die Nürnberger am Ende jubeln, obwohl sie nicht die bessere Mannschaft waren an diesem Abend.

In seiner langen Geschichte hat der Club derart viele Niederlagen auf mitunter dramatische Art und Weise bezogen, dass ihn selbst seine Fans mit einer Mischung aus Zuneigung und Herzschmerz "a Depp" nennen. In diesem Spiel aber, das selbstredend nicht die Tragweite vergangener Niederlagen hatte, da hätten es mal die Nürnberger sein können, die den Gegner wie "a Depp" dastehen lassen.

Nur 33 Prozent Ballbesitz, 12:18 Torschüsse: Es war beileibe keine gute Leistung, die der FCN am Montagabend abgeliefert hatte. Entsprechend deutlich wurde Trainer Robert Klauß, als er nach der Partie am Sky-Mikrofon Auskunft gab. Seine Mannschaft hatte nach Lohkempers Schlenzer zwei Gegentore in der Schlussviertelstunde hinnehmen müssen - eines gar in der dritten Minute der Nachspielzeit. Nach dem Spiel sagte Klauß dann: "Wenn man zweimal führt, ist es unsere Pflicht, das Spiel nach Hause zu bringen."

Mich ärgert brutal, wie wir die Gegentore kassiert haben.

Nürnbergs Trainer Robert Klauß nach dem 2:3 gegen Darmstadt

Nach dem 2:3 werde Nürnberg zwar "nicht in Trauer verfallen", aber: "Mich ärgert brutal, wie wir die Gegentore kassiert haben." An diesem Punkt, sagte Klauß, bedürfe es einer ausführlichen Analyse. Einer Analyse, bei der vor allem das Thema Strafraumverteidigung im Zentrum stehen dürfte. Wie die Nürnberger Abwehr Marvin Mehlem vor dem 2:2 gewähren und wie sie Nicolai Rapp zum 2:3 einköpfen ließ, das war erstaunlich.

Anfang lobt seine Elf nach zwei Comebacks

So blieb Klauß nichts anderes übrig, als dem Gegner zum Sieg zu gratulieren. "Wir waren nicht gut, Darmstadts Sieg ist verdient", räumte der FCN-Coach offen ein. Sein Gegenüber Markus Anfang hingegen war voll des Lobes für seine Mannschaft - vor allem, weil diese nach zwei Rückstanden zurückgekommen war.

"Wir haben das ganze Spiel dominiert und hatten viele Chancen", sagte der 46-Jährige nach dem ersten Saisonsieg seines Teams. Tatsächlich hatten die Lilien gefällig Fußball gespielt und am Ende zwar glücklich, aber zu Recht gewonnen. Nicht zuletzt, weil sich Darmstadt beim Stand von 2:2 entschied, sich nicht mit einem Punkt zu begnügen, sondern auf Sieg zu spielen. Das wurde belohnt - auch wenn es nach Lohkempers Schlenzer so aussah, als könnte es dieses Mal anders laufen.

lei