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Parejo: "Wir sollten Messi alle danken, dass er geblieben ist"

Villarreals Parejo vor dem Duell mit Barça

"Wir sollten Messi alle danken, dass er geblieben ist"

Dani Parejo

Neuzugang bei Villarreal: Dani Parejo. imago images

Die Welt ist groß, die des Fußballs aber klein. Neun Jahre spielte Dani Parejo beim FC Valencia, stieg dort zum Kapitän und wichtigsten Akteur auf, dann zog er im Sommer weiter zum FC Villarreal, rund 60 Kilometer oder eine Autostunde nördlich von Valencia gelegen. Und auf wen traf der 31-Jährige da? Auf Coach Unai Emery, der schon vor neun Jahren, in Parejos erster Saison in Valencia, sein Trainer war.

Es war 2011/12 wiederum die letzte Saison für Emery in Valencia, dann ging es für den Coach über Spartak Moskau, den FC Sevilla, Paris St. Germain und den FC Arsenal in die weite Fußballwelt hinaus: drei Europa-League-Siege mit Sevilla in Folge von 2014 bis 2016 fuhr Emery ein, es war sein Höhepunkt als Trainer. Hinzu kommt eine Meisterschaft mit PSG - nur eine mit dem Topteam, wurde doch 2017 AS Monaco französischer Meister. Ein noch größeres Missverständnis war dann Emerys Wirken von 2018 bis Ende 2019 beim FC Arsenal.

Dani Parejo aber sagt über Emery: "Er legt sehr viel Wert auf Details", das habe ihm, Parejo, im gemeinsamen Jahr 2011/12 sehr geholfen. "Und Details sind in der Spitze sehr wichtig, sie geben den Ausschlag", so Parejo per "Zoom". Ob Parejo und Emery, beide seit Juli in Villarreal, mit dem gelben "U-Boot" noch weiter gen Spitze in Spanien tauchen können? "Platz vier ist nicht explizit unser Ziel. Das darf nicht zur Obsession werden. Aber wir dürfen uns auch nicht einschüchtern lassen davon, dass die ersten drei Plätze mit Real, Barça und Atletico praktisch vergeben sind."

Was denn nun? "Mit unserem Kader können wir auf jeden Fall die internationalen Plätze erreichen." Vergangene Saison wurde Villarreal Fünfter, Parejo verpasste mit Valencia als Neunter Europa. Der Wechsel ins beschauliche Villarreal: Für Regisseur Parejo war es nach neun Jahren quasi ein Auftauchen statt ein Abtauchen.

Doch der Start in die aktuelle Saison war wackelig: Dem 1:1 zum Auftakt gegen Aufsteiger Huesca, der nur durch ein Elfmetertor halbwegs gerettet wurde, folgte vor einer Woche ein 2:1 gegen Eibar. Nun geht es an diesem Sonntagabend um 21 Uhr ins Camp Nou des kriselnden FC Barcelona.

Für Barça ist es nach verlängerter Sommerpause im Anschluss an die missglückte Champions-League-Teilnahme in Lissabon mit dem 2:8 im Viertelfinale gegen Bayern München das Saisondebüt. Parejo: "Gegen Barça wird es immer kompliziert, aber nach diesem aufregenden Sommer für Barcelona erst recht." Dass Villarreal bereits sein drittes Pflichtspiel bestreitet, Barça erstmals in dieser Saison um Punkte antritt, helfe da wenig. "Vielleicht fehlt ihnen noch etwas der Rhythmus. Aber Barça hat immer noch tolle Spieler und eine der besten Mannschaften der Welt."

Und vor allem ist ja Lionel Messi weiter dabei: "Für mich ist er der beste Spieler in der Geschichte des Fußballs", sagt Parejo. "Wir sollten ihm alle danken, dass er geblieben ist. Er macht die Liga stärker, sein Verbleib ist ein Glück für die Liga und ganz Spanien."

Apropos bester Spieler: "Er ist der Beste, den ich mit eigenen Augen in der Nachwuchsabteilung von Real Madrid gesehen habe." Gesagt hat diesen Satz vor über einem Jahrzehnt die 2014 verstorbene Legende Alfredo di Stefano. Gemünzt war sie damals auf Talent Dani Parejo, in Coslada in der Region Madrid geboren und einst bei Real ausgebildet. 2007 wurde Parejo mit Spaniens U-19-Junioren Europameister, 2011 mit der U 21.

Bei den Königlichen aber konnte sich der damalige Jungprofi nicht durchsetzen. Über Getafe und Valencia ging es für Parejo dann dennoch in Spaniens Oberhaus. 2019 wurde er mit Valencia sogar Pokalsieger, im Finale mit 2:1 bezwungen wurde damals: der heutige Gegner FC Barcelona. "Ich weiß wie es ist, gegen Barça zu gewinnen." Gegen einen weiteren Sieg heute hätte Parejo nichts einzuwenden.

Jörg Wolfrum