2. Bundesliga

"Wir kämpfen zusammen"

Jena: kicker-Interview mit Henning Bürger

"Wir kämpfen zusammen"

Henning Bürger (Carl Zeiss Jena)

Erste Profi-Trainerstation Jena: Henning Bürger gibt seinen Spieler Anweisungen für den Abstiegskampf imago

kicker: Herr Bürger, wie ist Jena noch zu retten?

Henning Bürger: Indem jeder das Maximale aus sich herausholt und wir in den Spielen wenig Ausfälle haben. Dann werden wir eine riesige Chance haben.

kicker: Sie haben beim Amtsantritt gesagt, dass Sie nun vor 24 ausgebufften Profis stehen, die nur eines im Sinn haben - sich selbst...

Bürger: Das stimmt doch. Ich habe die Situation nur realistisch ausgedrückt. Nur müssen das auch alle beherzigen und jeder für sich alles geben. Das war ja nicht negativ gemeint. So ist das nun mal im Fußball, ich habe einst als Profi auch nur an mich gedacht.

"Ich musste schon viele Entscheidungen treffen, muss nun selbst vorneweg marschieren".

Henning Bürger

kicker: Vor vier Wochen waren Sie noch A-Jugend-Coach. Spüren Sie selbst eine Wandlung?

Bürger: Oh ja, das geht ruck, zuck. Ich musste schon viele Entscheidungen treffen, muss nun selbst vornweg marschieren. Das hat mich in kurzer Zeit geprägt. Die Spiele werden mich in meiner Entwicklung einen weiteren Schritt nach vorn gehen lassen.

kicker: Statt der A-Jugend steht nun eine Profimannschaft vor Ihnen. Was mussten Sie bei sich ändern?

Bürger: Nicht viel. Ich bin der Typ, der ruhig und analytisch ist. Und das war ich vorher bei der A-Jugend ja auch. Die Profis spreche ich genauso an wie die A-Junioren. Nur hier kann ich viel mehr voraussetzen. Jeder weiß doch, egal wie er heißt, was dazu gehört, um erfolgreichen Fußball zu spielen. Geändert habe ich wohl nur, dass ich statt mit dem Fahrrad mit einem alten VW Polo zum Training komme. Das hat aber mehr mit den aktuellen Temperaturen zu tun.

Alternativen zu Charalambides

kicker: Eine überraschende Entscheidung war, Costas Charalambides aus dem Team zu werfen...

Bürger: Das hat rein sportliche Gründe, mehr möchte ich dazu nicht sagen.

kicker: Wer sind die Alternativen auf der rechten Seite?

Bürger: Ich habe es mit George Seturidze, Patrick Amrhein, aber auch mit Naoya Kikuchi probiert. Da gibt es also einige Möglichkeiten.

kicker: Sie sprachen den 18-jährigen Amrhein an, auch den 19-jährigen Marco Riemer haben Sie zu den Profis geholt. Wie stehen deren Chancen?

Bürger: Riemer gehörte für mich zu den Positiverscheinungen des Trainingslagers. Beide haben sich gut in die Mannschaft eingefügt.

kicker: Sind Sie und ihr neuer Co-Trainer Thomas Matheja, der zuvor Jugendkoordinator in Aue war, denn schon ein eingespieltes Team?

Bürger: Auf alle Fälle. Ihn zu holen, war die richtige Entscheidung. Wir kämpfen zusammen. Jetzt muss es endlich losgehen.

Interview: Michael Ulbrich