Bundesliga

Mainz-Sportvorstand Schröder: "Wir haben ohne Zuschauer gerechnet"

Schröder und das heikle Thema Gehaltsverzicht

"Wir haben ohne Zuschauer gerechnet"

Hat sehr konservativ geplant: Rouven Schröder.

Hat sehr konservativ geplant: Rouven Schröder. imago images

Zur Erinnerung: Rund um diese Thematik, die Suspendierung von Adam Szalai und das höchst belastete Verhältnis zwischen Team und Ex-Trainer Achim Beierlorzer eskalierte vor einigen Wochen die Situation bei den Rheinhessen. Die Truppe sorgte mit einem Trainingsstreit für einen Eklat. Bis heute stehen beiderseits, sowohl von anerkannten Führungsspielern als auch von Vereinsseite, wachsweiche Halb-Erklärungen im Raum. Steht also Rouven Schröder nun, im mutmaßlich zuschauerfreien Winter, der ob der Vorbelastungen aus dem September schwere Gang zu erneuten Verhandlungen mit der Mannschaft bevor?

Nein, sagt der Sportvorstand: "Wir haben die Dinge klar besprochen, für dieses Jahr auch ohne Zuschauer gerechnet, von daher sind wir in den Büchern so, dass es uns erlaubt, die Gelder zu bezahlen." Für die Rückrunde "müssen wir mal schauen, wie sich die Corona-Situation entwickelt, um dahingehend Rückschlüsse zu haben, welche Einsparmaßnahmen wir treffen. Aber so weit sind wir noch nicht. Wir haben sehr, sehr, sehr konservativ geplant", erklärt Schröder, der volles Verständnis für die Begrenzung der Stadt auf 100 Zuschauer hat, wenn es am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach geht (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker). Die Arena wird nicht geöffnet, Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis, die 100 Plätze gehen an Ehrengäste, Mitarbeiter und Angehörige.

Doch muss auf Sicht, je nachdem, wie sich die Pandemie-Zahlen entwickeln, nicht automatisch ein Gehaltsverzicht her, wie er nun offenbar beim 1. FC Köln erneut vereinbart wurde? Schröder will abwarten: "Wenn das Thema Gehaltsverzicht käme, besprechen wir das intern. Jetzt schon zu rufen: Es könnte im Januar, Februar etwas kommen, das machen wir nicht." Der 45-Jährige fasst auch die Option ins Auge, im Januartransferfenster Profis zu verkaufen: "Es kann sein, dass wir in beide Richtungen tätig werden und da auch wieder Einnahmen generieren."

"...das möchten wir uns nicht ausmalen."

Aus der DFL-Kommission Fußball, der der Sauerländer angehört, berichtet er von großen Sorgen: "Ein weiterer Lockdown oder ausgesetzte Spiele oder Spieltage - das möchten wir uns nicht ausmalen. Es ist klar, dass es dann für alle Vereine schwierig wird." Laut Schröder sei man dabei, Corona-Klauseln in den DFL-Musterarbeitsvertrag einzubauen. In im Sommer in Mainz neu geschlossene neuen Verträge seien die neuen Rahmenbedingungen eingeflossen. Finanziell bleibt die Lage angespannt, das ist nahezu überall so. Doch beim FSV wiegen auch die sportlichen Probleme schwer als Tabellenschlusslicht der Bundesliga. Mit Gladbach kommt nun ein echter Kracher. "Sie haben bei Inter Mailand, einer europäischen Spitzenmannschaft, einen Punkt geholt", weiß Jan-Moritz Lichte um die Qualität des Champions-League-Teilnehmers und fordert: "Da müssen wir gegenhalten." Um Karim Onisiwo und Johnny Burkardt (beide muskuläre Probleme) bangt der Trainer noch.

Benni Hofmann