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Winterreifen 2020 im Test

ADAC-Test: Winterreifen für die untere Mittelklasse, SUVs und Vans

Winterreifen 2020 im Test

Der Winter naht: Jetzt ist eine gute Zeit, um an die Winterreifen zu denken.

Der Winter naht: Jetzt ist eine gute Zeit, um an die Winterreifen zu denken. auto medien portal/Mitsubishi

Ob, wann und wie heftig der Winter 2020/21 kommt, vermag derzeit niemand zu sagen. Die Erfahrung zeigt jedoch: Wenn er kommt, dann meist überraschend und über Nacht, mitunter schon im Oktober oder November. Wer auf sein Auto angewiesen ist, sollte es dann gut für die kalte Jahreszeit vorbereitet haben. Das wichtigste Augenmerk gilt dabei leistungsfähigen Winterreifen.

Sobald der Wetterbericht einen bevorstehenden Wintereinbruch prognostiziert, ist der Run auf Reifenhandel und Werkstätten groß. Deshalb sollte man sich beizeiten und am besten schon jetzt um die Winterreifen kümmern - solange noch umfangreiche Auswahl besteht und auch entsprechende Werkstattkapazitäten zur Verfügung stehen.

Eine Entscheidungshilfe gibt der ADAC mit seinem aktuellen Winterreifen-Test 2020 an die Hand. Geprüft wurden dabei insgesamt 15 Reifen für Pkw der unteren Mittelklasse, die meistverkaufte Dimension 205/55 R16 eignet sich beispielsweise für VW Golf, Audi A3, Mercedes C-Klasse oder Skoda Octavia. Daneben hat der Club 13 Pneus für SUV und Vans (Dimension 235/55 R 17) unter die Lupe genommen. Ergebnis: Je zwölf Produkte haben mit "gut" beziehungsweise "befriedigend" abgeschnitten.

Untere Mittelklasse: Fünfmal "gut"

Testergebnisse Winterreifen

Testergebnis: Die Kandidaten für die untere Mittelklasse. Zum Vergrößern bitte anklicken. ADAC

Zunächst zu den Winterreifen für die untere Mittelklasse: Hier erzielten fünf Modelle die Testnote "gut". Als Testsieger erwies sich der Bridgestone Blizzak LM005, der auf nasser wie trockener Fahrbahn ein gleichermaßen gutes Resultat ablieferte. Kehrseite der Medaille ist indes der höchste Verschleiß unter allen Kandidaten.

Vielfahrern empfiehlt der ADAC deshalb den Zweitplatzierten: Der Michelin Alpin 6 - mit einem Preis von 108 Euro einer der beiden teuersten Prüflinge - erbrachte auf trockener Fahrbahn zwar eine etwas schlechtere Leistung, profilierte sich aber mit einer prognostizierten Laufleistung von knapp 43.000 Kilometern.

Zwei Reifen wurden von den Testern mit einem klaren "mangelhaft" bewertet. Das mit 54 Euro billigste Modell King Meiler Winter Tact WT81 erntete Kritik aufgrund der längsten Nassbremswege und des schlechtesten Handlings auf nasser Fahrbahn. Der Tristar Snowpower HP wiederum leistete sich nach ADAC-Aussage auf Nässe "gravierende Schwächen". Dass er es auf trockener Fahrbahn unter die besten drei schaffte, rettete ihn nicht vor dem letzten Platz.

SUV und Vans: Der Beste ist der Teuerste

Im Feld der SUV- und Van-Winterreifen brachte es nur ein einziger Kandidat auf das Testergebnis "gut". Der teuerste (184 Euro) Reifen Michelin Pilot Alpin 5 war der Beste auf Schnee und positionierte sich in den Disziplinen Eis, Geräusch sowie Kraftstoffverbrauch im Mittelfeld. Unzufrieden zeigten sich die Tester allerdings mit der Leistung beim Kurvenaquaplaning.

Winterreifentest Ergebnisse

Rangliste: 13 Winterreifen für SUV und Vans. ADAC

Ein "mangelhaft" musste nicht vergeben werden. Schlusslicht wurde der Semperit Speed-Grip 3 SUV mit "ausreichend", ein Ergebnis, das er vor allem Schwächen auf trockener Fahrbahn zu verdanken hat. Speziell auf Nässe und Schnee reichte es zumindest für ein "befriedigend".

Aufs Produktionsdatum achten

Wenn es an den Reifenkauf geht, gibt der ADAC noch folgenden Rat an die Hand: Alle vier Räder sollten ein ähnliches Produktionsdatum aufweisen, dies deutet auf den gleichen technischen Stand hin.

Die Profiltiefe muss stimmen

Sollten die Reifen vom Vorjahr ans Auto kommen, ist ein Blick auf die Profiltiefe unerlässlich: Der Gesetzgeber schreibt 1,6 Millimeter Restprofil auf, wer dieses Limit unterschreitet, muss bis zu 90 Euro Bußgeld und einen Flensburg-Punkt einkalkulieren. Wirklich anzuraten ist bei Winter- oder Ganzjahresreifen aber eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern.

ule