Bundesliga

Wind nur noch ein laues Lüftchen? Das sagt der Torjäger zu seiner Torflaute

Schon seit sieben Spielen und 696 Minuten wartet der Wolfsburger

Wind nur noch ein laues Lüftchen? Das sagt der Torjäger zu seiner Torflaute

Auf der Suche nach dem Tor: VfL-Angreifer Jonas Wind.

Auf der Suche nach dem Tor: VfL-Angreifer Jonas Wind. IMAGO/RHR-Foto

Einen Schuss wehrte Kölns Keeper Marvin Schwäbe ab, einen Kopfball setzte Jonas Wind nach der Pause links neben den Pfosten. Es ist nicht so, dass der Stürmer völlig in der Luft hängt oder schlecht spielt - beim 1:1 gegen den FC initiierte der Däne den Wolfsburger Ausgleichstreffer -, und dennoch fehlen nun schon seit 696 Minuten seine Treffer. Genauer gesagt: Seit dem 25. November, als Wind beim 2:1-Heimsieg gegen Leipzig am 12. Spieltag per Kopf getroffen hatte, dauert nun schon seine bislang längste Durststrecke in der Liga an. Der Topstürmer nur noch ein laues Lüftchen? Die Daten zeigen, dass sich im Spiel des Jonas Wind etwas verändert hat.

"Solche Phasen sind normal für einen Stürmer"

Der Angreifer weiß um seine Negativserie, davon runterziehen lässt er sich noch nicht. "Solche Phasen sind normal für einen Stürmer", sagt der 24-Jährige und verweist auf seine Assists. "Ich habe in dieser Phase immerhin Vorlagen gegeben." In der Tat: Beim 1:3 in Bochum, beim 1:0-Sieg in Darmstadt und beim 1:1 in Heidenheim bereitete der Angreifer, der bevorzugt als Zehner agiert, Wolfsburger Treffer vor. Was ihn unverändert zum mit Abstand besten Scorer des Teams macht. Mit 14 Scorerpunkten in 19 Spielen ist Wind weiterhin top unterwegs.

Ein Schlüsselerlebnis könnte das Pokalspiel am 5. Dezember in Mönchengladbach gewesen sein. Wind vergab in den Schlussminuten zwei Hochkaräter, der VfL schied mit 0:1 nach Verlängerung aus. Und auch anschließend wollte der Ball für ihn nicht mehr ins Tor gehen.

Wind führt mehr Zweikämpfe, schießt aber weniger

Die Zahlen von Jonas Wind haben sich nahezu parallel zu denen seines Klubs seit dem 13. Spieltag verschlechtert. Der xG-Wert ist beim Dänen eingebrochen, von zuvor 0,52 auf 0,13. Die Anzahl seiner Abschlüsse ist von 2,85 pro Partie auf 1,74 gesunken, eine Großchance, von denen er zuvor fast eine pro Spiel hatte und 45 Prozent davon nutzte, hatte er seit dem 13. Spieltag nicht mehr. Stattdessen, vielleicht Ausdruck einer intensiveren Bewachung der Gegner, führt Wind seither vier Zweikämpfe mehr pro Spiel (14,47 statt 10,12), er erobert mehr Bälle (2,32 statt 1,73), sprintet und läuft mehr. Aber er trifft nicht mehr.

Diese Torflaute soll möglichst schon am Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen die TSG Hoffenheim enden. "Natürlich möchte ich treffen, hoffentlich im nächsten Spiel", sagt Wind, der an das ursprüngliche VfL-Saisonziel Europa aktuell keine Gedanken mehr verschwenden mag. Von Spiel zu Spiel wolle er gucken. "Wir kreieren Chancen, schießen aber nicht so viele Tore", sagt er. "Dann ist es schwierig, die Spiele zu gewinnen."

Thomas Hiete, sge