Bundesliga

Win-Win-Leihe für die TSG: Adamyan blüht in Brügge auf

Armenier trifft zuletzt fünfmal in fünf Spielen

Win-Win-Leihe für die TSG: Adamyan blüht in Brügge auf

Erfolgreich von Hoffenheim ausgeliehen: Brügge-Stürmer Sargis Adamyan.

Erfolgreich von Hoffenheim ausgeliehen: Brügge-Stürmer Sargis Adamyan. IMAGO/Panoramic International

Es gibt Leihgeschäfte, die gehen für alle Beteiligten auf. Sargis Adamyan liefert so ein Beispiel. Der Armenier hatte die TSG im Wintertransferfenster verlassen, um beim FC Brügge zumindest für ein halbes Jahr endlich die ersehnte Spielpraxis zu sammeln.

Ein alter Bekannter wirbt überzeugend

Es hätte auch andere Optionen gegeben für den 28-Jährigen, doch hatte ihn Brügges Werben überzeugt, schließlich traf er dort auf einen alten Bekannten: Alfred Schreuder. Der hatte schon in Hoffenheim als Assistent und Cheftrainer gearbeitet und war nach der Station als Assistenzcoach des FC Barcelona nun als Chefcoach in Brügge gelandet.

Nach einer Einwechslung erst in der 90. Minute gegen Augsburg und zwei Spielen bei Union Berlin und gegen Dortmund ohne Einsätze war auch zu Beginn der Rückrunde klar, dass sich Adamyans Perspektive angesichts der starken Konkurrenz in Hoffenheim nicht verbesserte. Also ließ er sich mit Wirkung zum  31. Januar bis Saisonende an Brügge verleihen, wo er eine Woche später debütierte.

Debüttreffer beim dritten Jokereinsatz

Beim 1:2 gegen Gent brachte ihn Schreuder zur Pause, es waren seither die letzten Punktverluste für den belgischen Klub. Zuletzt feierte der FC sechs Siege hintereinander. Bei seiner dritten Einwechslung erzielte Adamyan seinen Debüttreffer beim 3:1 in Eupen, seither steht der Angreifer in Brügges Startelf und trifft regelmäßig. Sieben Einsätze hat er mittlerweile vorzuweisen und dabei in den jüngsten fünf Partien fünfmal getroffen.

Zwei Spieltage vor Schluss der Rückrunde und ehe die besten vier Teams den neuen belgischen Meister unter sich ausspielen, rangiert Titelverteidiger Brügge auf Platz zwei. Fünf Punkte hinter dem Überraschungsteam Royale Union Saint-Gilloise und sieben vor Royal Antwerpen, das mit dem punktgleichen Anderlecht um die Qualifikation für die Meister-Endrunde ringt.

Diese Statistik spricht eigentlich schon für sich und unterstreicht, was für ein torgefährlicher Stürmer er ist.

TSG-Manager Alexander Rosen

Adamyan scheint also rechtzeitig zur entscheidenden Saisonphase so richtig in Schwung zu kommen. Was man im Kraichgau wohlwollend registriert. "Wir verfolgen die Entwicklungen unserer Leihspieler sehr genau, da wir mit dieser Strategie in der Vergangenheit sowohl bei der Wiedereingliederung in unseren Kader als auch auf dem Transfermarkt äußerst gute Erfahrungen gemacht haben", erklärt Hoffenheims Manager Alexander Rosen, "Sargis hat zuletzt fünf Tore in sieben Spielen erzählt - diese Statistik spricht eigentlich schon für sich und unterstreicht, was für ein torgefährlicher Stürmer er ist."

TSG bekommt einen reiferen Stürmer zurück oder Brügge zahlt

So oder so haben bei diesem Transfer jetzt schon alle profitiert. Adamyan vollzieht den nächsten Entwicklungsschritt und kann seine Qualitäten präsentieren, Brügge wahrt dank dessen Leistungen und Tore seine Titelchancen, Hoffenheim bekommt entweder einen gereiften und mit Selbstvertrauen und Reputation gespickten Spieler zurück oder hat für den noch bis 2023 an die TSG gebundenen Stürmer nun eine deutlich verbesserte Position auf dem Transfermarkt.

Oder Brügge zieht die vereinbarte Kaufoption. Auch dann wird der 2019 für überschaubare 1,5 Millionen Euro vom Zweitligisten Regensburg zur TSG geholte Nationalspieler Armeniens sicher kein Verlustgeschäft.

Michael Pfeifer

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