3. Liga

Jörg E. Wilhelm tritt beim 1. FC Kaiserslautern von Ämtern zurück

Bisheriger Aufsichtsratschef spricht von "juristischen Taschenspielertricks"

Wilhelm tritt beim FCK von allen Ämtern zurück

Jörg E. Wilhelm trat beim 1. FC Kaiserslautern von all seinen Ämtern zurück

Jörg E. Wilhelm trat beim 1. FC Kaiserslautern von all seinen Ämtern zurück. picture alliance

Rund eineinhalb Seiten ist das Schreiben lang, das zwar auf den 2. August datiert ist, allerdings erst an diesem Montag die Runde gemacht hat. Der Inhalt: die Rücktrittserklärung des bisherigen Kaiserslauterner Aufsichtsratsvorsitzenden Jörg E. Wilhelm.

Die Vorgeschichte: Am Mittwoch der vergangenen Woche hatte sich der vorläufige Gläubigerausschuss dafür ausgesprochen, Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt damit zu beauftragen, die Verhandlungen mit einer Gruppe regionaler Investoren zu finalisieren. Wilhelm hingegen befürwortete den Geschäftsmann Horst Peter Petersen, der in Dubai lebt.

Nachdem der Gläubigerausschuss seinen Entschluss in einer Pressekonferenz dargelegt hatte, übte Wilhelm öffentlich scharfe Kritik. "In 30 Jahren als Anwalt" habe er "innerhalb einer Stunde noch nie so viele Lügen gehört", meinte Wilhelm - und wurde daraufhin am Donnerstag von den Verantwortlichen per Unterlassungsaufforderung "letztmalig zu einer konstruktiven, gemeinsamen und vertrauensvollen Zusammenarbeit" ermahnt.

"Fehlgeleitete Herren"

Nun also das nächste Kapitel: Wilhelm tritt von sämtlichen Ämtern zurück - als Aufsichtsrat des e.V. sowie als Aufsichtsratsvorsitzender der 1. FC Kaiserslautern Management GmbH & Co. KGaA und als Mitglied im Beirat. Zwei seiner wesentlichen Aufgaben bei den Roten Teufeln seien gewesen, so Wilhelm: für Transparenz zu sorgen und seine rechtliche wie steuerliche Fachkenntnis einzubringen. Hierfür sieht er nun keine Grundlage mehr.

Im Gegenteil: In seiner Rücktrittserklärung schreibt Wilhelm von "fehlgeleiteten Herren", die "mich offensichtlich nunmehr mit juristischen Taschenspielertricks mundtot machen wollen". Dabei sei es ihm "mit Hilfe eines Dritten" gelungen, Petersen für Kaiserslautern zu begeistern, "ein unwiderrufliches Vertragsangebot dieses Investors vorzulegen" und "eine langfristige Rettung des FCK in Aussicht zu stellen". Nur: "Dies hat der 'Weiter-so-wie-bisher Fraktion' nicht ins Konzept gepasst."

"Es ist sehr schade"

"Es ist sehr schade, dass es uns trotz vieler bilateraler Gespräche und Aussprachen nicht gelungen ist, die Arbeit im Sinne des FCK bei teils konträren Ansichten konstruktiv und zielführend gemeinsam fortzuführen. Wir waren zu Beginn unserer Tätigkeit der Überzeugung und sind es immer noch, dass es richtig war, das Gremium mit verschiedenen Kompetenzen und Charakteren zu besetzen", erklärt Rainer Keßler, Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Kaiserslautern e.V., in der offiziellen Mitteilung. "Wir bedanken uns bei Herrn Prof. Wilhelm für seine ehrenamtliche Tätigkeit für den 1. FC Kaiserslautern und wünschen ihm weiterhin alles Gute."

lei