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Premier League: Wie "Amazon Prime" ins Titelrennen eingreift

Ansetzungen nach Weihnachten sorgen für Unmut

Wie "Amazon Prime" ins Premier-League-Titelrennen eingreift

Jürgen Klopp und Pep Guardiola

Zwischen Weihnachten und Neujahr wartet wieder viel Arbeit: Jürgen Klopp (l.) und Pep Guardiola. imago images

Der "Boxing Day" ist den englischen Fans heilig, noch heiliger ist er jedoch den TV-Anstalten. In dieser Saison hält "Amazon Prime" die Rechte am ebenso traditionellen wie lukrativen Spieltag zwei Tage nach Heiligabend und hat gleich mal für Ärger gesorgt.

Weil das US-Unternehmen das Spiel des FC Liverpool bei Leicester City auf 20 Uhr Ortszeit (21 Uhr MEZ) verlegt hat, sind die Fans der Reds wütend: Sie fürchten, dass es mitreisenden Anhängern unmöglich sein wird, zum Stadion und wieder zurückzukommen. Der öffentliche Zugverkehr wird an jenem Feiertag traditionell bis auf wenige Ausnahmen eingestellt. Der FC Liverpool will zumindest kostenlose Shuttlebusse zur Verfügung stellen.

"Zum wiederholten Mal ignorieren die Premier League und die TV-Anstalten das Wohl der Fans"

"Zum wiederholten Mal ignorieren die Premier League und die TV-Anstalten das Wohl der Fans", schreibt Liverpools Fanvereinigung "Spirit of Shankly" und fordert eine Rückkehr zu "vernünftigen Anstoßzeiten": "Wir schlagen 15 Uhr vor."

Doch der englische TV-Vertrag, der jedem Premier-League-Klub viele Millionen bringt, räumt den Rechteinhabern nun einmal derlei Spielverschiebungen nach eigenen Interessen ein. Deswegen wird am 26. Dezember nicht ausschließlich um 16 Uhr, sondern um 13.30 Uhr, 16 Uhr, 18.30 Uhr und 21 Uhr (alle MEZ) gespielt - und einmal am 27. Dezember um 20.45 Uhr.

ManCity muss seine drei Spiele binnen sechs Tagen bewältigen

Von letzterer Ansetzung ist Meister Manchester City (in Wolverhampton) betroffen, und auch der fühlt sich benachteiligt: Er muss dadurch binnen sechs Tagen dreimal spielen, nach dem 27. Dezember noch am 29. Dezember (19 Uhr, gegen Sheffield) und am 1. Januar (18.30 Uhr, gegen Everton).

Man verstehe das Mitspracherecht der Rechteinhaber; "wir müssen aber auch sicherstellen, dass wir das Wohl der Spieler, die sportliche Integrität der Liga und die Qualität des Produkts schützen", sagte ManCity-Vorstand Omar Berrada den "Manchester Evening News". Und es sei "nicht ideal, in weniger als 48 Stunden zweimal" zu spielen. "Wir haben einen offenen Dialog mit der Liga geführt, um über andere Optionen nachzudenken. Letztendlich müssen wir jedoch die Anstoßzeiten und -daten einhalten, die uns präsentiert wurden."

Und so greifen "Amazon Prime" und "BT Sport", das für das Neujahrsprogramm zuständig ist, streng genommen auch ins Titelrennen ein: Während ManCity rund um den Jahreswechsel nur kurze Erholungsphasen eingeräumt werden, hat Tabellenführer Liverpool jeweils einen Tag mehr Pause zwischen den drei betroffenen Spielen.

jpe

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