Bundesliga

Wie Seoane den BVB ärgern möchte

Leverkusen ist zum Saisonauftakt zu Gast beim BVB

Wie Seoane den BVB ärgern möchte

Bayer Leverkusen will den BVB beim Topspiel ärgern.

Bayer Leverkusen will den BVB beim Topspiel ärgern. IMAGO/Nordphoto

Folglich sieht Gerado Seoane dem Spiel des Vorjahresdritten beim Vizemeister mit einem guten Gefühl entgegen: "Das ist ein Topspiel zum Start und auch eine große Herausforderung in diesem Stadion gegen eine gute Mannschaft. Wir haben gute Erinnerungen an unser letztes Spiel in Dortmund. Wir wollen nach unserem dem letzten Spiel mit einer Leistungssteigerung dieser Herausforderung standhalten."

Das vom Werkself-Trainer genannte letzte Spiel war die Pokal-Partie beim Drittligisten SV Elversberg, die Bayer nach desolater Vorstellung 3:4 verlor und die als Stimmungsdämpfer fungierte. Doch diesen, glaubt Seoane, hat seine Mannschaft weggesteckt.

Bundesliga, 1.Spieltag

Große Enttäuschung nach Niederlage gegen Drittligist Elversberg

"Wir waren alle enttäuscht. Dass der eine oder andere am Sonntag, Montag oder auch am Dienstag noch nicht das breite Lachen im Gesicht hatte, ist ganz normal", beschrieb der Schweizer seine Eindrücke der Trainingswoche, "für mich ist entscheidend, was auf dem Platz passiert." Und es gefiel Seoane, "dass die Spieler sehr engagiert, sehr fokussiert waren bei der Arbeit, dass sie selber auch eine gewisse Dynamik entwickelt haben, um gewisse Punkte, die wir angesprochen haben, umzusetzen. Ich bin zufrieden mit der Trainingsintensität, mit dem Engagement."

Wenn man bei einer so spielstarken Mannschaft spielt, ist es wichtig, dass man gegen den Ball sehr homogen arbeitet

Gerado Seoane

Bemerkenswert, dass der Trainer zumindest etwas durchblicken ließ, wie sein Matchplan für das Spiel gegen den BVB aussieht, der er nach den personellen Rochaden in der Sommerpause („Sie haben sich sehr gut neu orientiert. Mit den Dortmundern ist zu rechnen“) hoch einschätzt. "Wenn man bei einer so spielstarken Mannschaft spielt, ist es wichtig, dass man gegen den Ball sehr homogen arbeitet, die Räume schließt, sich unterstützt und sich hilft in der defensiven Phase", erklärte Seoane, der sich offenbar auf der Basis einer etwas tiefer stehenden, kompakten Formation viel Raum zum Konter erhofft. Betont er doch: "Ich bin überzeugt, wenn wir eine höhere Aggressivität im Defensivverbund an den Tag legen, dass wir auch offensiv viel zielstrebiger und viel dynamischer spielen werden."

Bakker oder Hincapie - Kossonou oder Frimpong?

Diese Aussagen sind zumindest als zarter Hinweis darauf zu interpretieren, das taktische Verlässlichkeit bei der Personalauswahl im Vordergrund stehen dürfte. Somit ist der Wechsel von Mitchel Bakker zu Piero Hincapie links in der Viererkette naheliegend. Und auch rechts könnte Seoane mit Innenverteidiger Odilon Kossounou, der in der Rückrunde als Rechtsverteidiger mit Schnelligkeit, Zweikampfstärke und Kompromisslosigkeit zu überzeugen wusste, die defensivstärkere Option im Vergleich zu Jeremie Frimpong wählen, der nach langer Verletzungspause noch nicht seine alte Form gefunden hat.

Etwas tiefer und kompakt stehen und kontern dürfte also die Devise lauten. So das neben Moussa Diaby mit Karim Bellarabi ein zweiter Flügelstürmer mit Topspeed gefragt sein könnte. Wohingegen Sardar Azmoun, als gelernter Mittelstürmer auf der Zehn in Elversberg zwar kreativ, aber seinem Chef zu offensiv, dem Ziel Kompaktheit zum Opfer fallen könnte. Dann würde mit Kerem Demirbay oder Exequiel Palacios ein Achter für Azmoun in die Startelf rücken.

Der Schweizer Trainer macht seine Ambitionen deutlich

Dass Bayer den BVB ärgern möchte, steht trotz der Pokal-Pleite außer Frage. Denn Seoane, seine Spieler und der ganze Klub habe hohe Ziele. Nicht nur der Schweizer sieht Bayer im Titelrennen als einen von "vier, fünf Klubs, die versuchen, den Anschluss zu schaffen".

Die Niederlage in Elversberg ändert an dieser Einschätzung nichts. "Nach dem vergangenen Wochenende ist es vielleicht etwas vermessen das zu sagen - wenn man dieses Spiel anschaut, sind wir noch ganz weit weg - aber ich bin überzeugt, dass wir sofort reagieren werden und unser Leistungsniveau erreichen." Für das er erstmal kein Limit nach oben sieht: "Wir wissen, wir haben eine spannende Mannschaft mit Spielern, die einen Schritt nach vorne gemacht haben, die aber noch einen weiteren machen können."

Also bekräftigt Seoane: "Wir sind ambitioniert. Wir sind auf allen Ebenen bestrebt, uns zu verbessern, vor allem längerfristig. Da gehören gewisse Rückschläge dazu. Und ein wichtiger Prozess ist, sofort zu reagieren." Gelingt dies seiner Mannschaft in Dortmund, ist das Pokal-Aus endgültig abgehakt.

Stephan von Nocks