Bundesliga

Wie plant Kovac mit Hasebe?

Frankfurts Japaner diese Woche ohne Schmerztabletten

Wie plant Kovac mit Hasebe?

Wird auch wegen seiner Persönlichkeit und seinem Charakter geschätzt: Makoto Hasebe.

Wird auch wegen seiner Persönlichkeit und seinem Charakter geschätzt: Makoto Hasebe. imago

Auch gut acht Monate nach seiner Operation am rechten Knie ist Hasebe noch immer nicht schmerzfrei. "Manchmal ist mein Knie ganz gut, dann wieder nicht. Der Arzt weiß nicht genau, woher die Schmerzen kommen, aber er versucht alles. Ich werde jeden Tag von unseren Physiotherapeuten behandelt", sagte der 33-Jährige am Donnerstag im kicker und erklärte: "Für die Spiele nehme ich Tabletten, dadurch ist der Schmerz fast weg. Aber ich kann ja nicht jeden Tag Schmerztabletten nehmen." Deshalb gilt es, das Risiko sehr genau abzuwägen. Als zentrales Glied in der Abwehr-Dreierkette könnte Hasebe der Mannschaft gerade beim Aufbauspiel Ruhe und Stabilität verleihen. Das weiß auch Niko Kovac. "Makoto hat letztes Jahr bewiesen, wie wichtig er nicht nur für uns ist, sondern auch für die japanischer Nationalmannschaft", sagte der Trainer auf der Pressekonferenz am Freitag. Er erklärte aber auch: "Ich sehe im Training, ob jemand rund läuft oder etwas weniger rund läuft. Ich muss Rücksicht auf ihn und auf die anderen nehmen. Wenn einer nicht 100-prozentig fit ist, dann ist das auch dem Rest der Mannschaft gegenüber nicht ganz fair." Dieses Argument klingt allerdings vorgeschoben, da auch beispielsweise Kevin-Prince Boateng noch nicht 100-prozentig fit ist, aufgrund seiner individuellen Klasse aber zu Recht immer spielt. Und auch Hasebe ist gewiss stärker als so mancher Mitspieler, selbst wenn er in keiner Top-Verfassung ist. Kovacs Überlegungen sollten sich also allein danach richten, ob das Risiko mit Hasebes Knie vertretbar ist.

"Diese Woche hat er keine Schmerztabletten benutzt, sodass das schon in die richtige Richtung geht. Es geht stetig bergauf", berichtete der Coach. Anerkennend sagte er: "Makoto ist im Kopf sehr klar. Natürlich möchte jeder Spieler spielen, aber er sagt ehrlich, dass er noch etwas spürt - wissend, dass ich als Trainer reagieren werde. Das ehrt ihn, das zeigt seine Persönlichkeit und seinen Charakter."

Sollte sich Kovac in Berlin für Hasebe entscheiden, würde wohl Carlos Salcedo seinen Platz verlieren. Der Japaner käme dann als zentraler Innenverteidiger zum Einsatz, David Abraham würde von der Mitte auf die Position des rechten Innenverteidigers rücken. Mit Hasebe hinten und Boateng auf der Sechs hätte er zwei spielstarke Akteure für den Aufbau. Der Trainer könnte Hasebe allerdings auch auf die Sechs beordern, was zur Folge hätte, dass Boateng eine Position vor auf die Acht rücken würde. In diesem Fall müsste wohl Marc Stendera seinen Platz räumen, es könnte aber auch den zuletzt unglücklichen Mijat Gacinovic treffen.

Taktik verändert sich nicht

An der grundsätzlichen taktischen Anordnung wird sich im Vergleich zur Partie gegen Leverkusen wohl nichts ändern. Da Hertha zuletzt im 4-4-2 mit Doppelsechs antrat, dürfte Kovac auf eine Dreier-/Fünferkette in der Abwehr, einen Sechser, zwei Achter und zwei Spitzen setzen. Das liegt daran, dass der Eintracht-Coach die Aufstellung des Gegners im Mittelfeld gerne spiegelt. Hoffenheim trat beispielsweise mit einem Sechser und zwei Achtern an, was dazu führte, dass Frankfurt mit Doppelsechs und einer Zehn spielte - die Sechser kümmerten sich um die Achter des Gegners, der Zehner um den Sechser. Agiert eine Mannschaft wie Leverkusen oder Berlin mit Doppelsechs, reagiert Kovac darauf normalerweise mit zwei Achtern, um den gegnerischen Spielaufbau zu unterbinden. Möglich wäre auch ein 3-4-2-1, aus dem gegen den Ball ein 5-4-1 wird – so ließ der Fußballlehrer seine Elf beispielsweise in Leipzig und Hannover antreten.

Julian Franzke

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