Bundesliga

Wie Matchwinner Ngoumou von Seoanes Systemumstellung profitierte

Leistungsexplosion des Gladbacher Stürmers gegen Bochum

Wie Matchwinner Ngoumou von Seoanes Systemumstellung profitierte

Belebt die Gladbacher Flügel: Borusse Nathan Ngoumou

Belebt die Gladbacher Flügel: Borusse Nathan Ngoumou IMAGO/Kirchner-Media

Selten sah man Nathan Ngoumou nach dem Schlusspfiff so strahlen wie am Samstag. Mit einem Leuchten in den Augen schilderte er in den diversen Interviews, wie befreiend sich dieser eminent wichtige 5:2-Sieg anfühlt, und sprach über seinen Gala-Auftritt. Nicht nur, dass ihm gegen Bochum ein Tor und ein Assist gelungen war. Ngoumou brachte endlich wieder seine größte Stärke, das immense Tempo, gewinnbringend auf den Platz und war von den Bochumern bei seinen vielen Sprints oft nur per Foul zu stoppen.

Wir sind nicht überrascht, dass er so performen kann.

Gerardo Seoane

Die gemessenen 35,19 km/h wiesen ihn als schnellsten Spieler auf dem Platz aus. "Nathan ist ein gutes Spiel gelungen mit vielen Akzenten nach vorne. Wir wissen, was wir an ihm haben, welches Tempo er hat. Schon in den vergangenen Spielen hat er sehr gute Akzente gesetzt, wenn er reingekommen ist. Demnach sind wir nicht überrascht, dass er so performen kann", lobte Trainer Gerardo Seoane.

Bundesliga, 23. Spieltag

Weil sich Ngoumous Jokereinsätze zuletzt belebend auf das insgesamt harmlose Offensivspiel der Borussen ausgewirkt hatten, deutete sich vor Bochum bereits an, dass der Franzose eine neue Chance in der Startformation erhalten wird. Genau wie der Systemwechsel von der Dreier-/Fünferreihe auf die Viererkette. Die Grundordnung ist dabei durchaus von Relevanz, um Ngoumous Situation und Leistungsexplosion zu erklären.

Ein Offensivplatz mehr zur Auswahl

Als Flügelstürmer, vor allem über die rechte Seite, kann der 23-Jährige seinen Qualitäten am besten entfalten. Insofern profitierte Ngoumou von der Umstellung vom 3-5-2-System auf das 4-3-3 gleich doppelt: Zum einen gab es dadurch eine Offensivposition mehr als zuletzt, zum anderen auch wieder echte Flügelstürmer. "Klar, ich komme am liebsten über die Außen, darum kommt mir das System, das wir jetzt gespielt haben, sicherlich entgegen", sagte Ngoumou.

Nach der Einwechslung von Franck Honorat war er auf die linke Seite gewechselt und hatte von dieser Position aus das 3:0 durch Rocco Reitz vorbereitet. "Ich weiß, dass ich auf beiden Seiten etwas bewirken kann", betonte Ngoumou. "Ich kann auf beiden Flügeln spielen."

Verbesserungen hat er aber auch bei sich persönlich ausgemacht in den vergangenen Wochen. "Ich habe ein wenig gebraucht, um ein paar Sachen zu adaptieren und umzusetzen. Jetzt konnte ich meine Qualitäten zeigen", sagte Ngoumou, "ich habe versucht, immer nochmal eine Schippe draufzulegen. Es ist eine Entwicklung da, das sehe ich auch, aber ich will natürlich weiter Fortschritte machen."

Und diese Fortschritte auch in Mainz am nächsten Samstag wieder unter Beweis stellen. 

Jan Lustig

Viermal die 1,5 und nur zwei Profis des Top-Duos: Die kicker-Elf des 23. Spieltags