Bundesliga

Wie "Holzfuß" Trimmel auch ohne NLZ in den Profifußball kam

Union-Kapitän zu Gast bei "kicker meets DAZN"

Wie "Holzfuß" Trimmel auch ohne NLZ in den Profifußball kam

Christopher Trimmel spielt seit Juli 2014 für Union Berlin.

Christopher Trimmel spielt seit Juli 2014 für Union Berlin. Getty Images

In einem Nachwuchsleistungszentrum wie viele seiner Mit- und Gegenspieler war Christopher Trimmel nie. "Ich hatte zwar Angebote, in eine Akademie zu gehen, aber da hatte ich keinen Bock drauf. Mir war viel wichtiger, mit meinen Kumpels Fußball zu spielen", sagt der heute 35-Jährige in der neuen Folge von "kicker meets DAZN". Außerdem habe er vorgehabt, Zimmermann zu werden, entsprechend konzentrierte sich Trimmel vor allem auf seine berufliche Ausbildung - bis er 2008 in die österreichische Hauptstadt kam und das eine mit dem anderen verknüpfen konnte.

"Ich bin zum Studieren nach Wien und wollte nebenher etwas Kohle verdienen. Und nach einem Jahr war ich Profi", blickt er zurück. Trimmel schloss sich der zweiten Mannschaft von Rapid Wien an, die in der dritthöchsten Klasse, der Regionalliga, spielte. Dabei war der aus dem Burgenland stammende Trimmel zu diesem Zeitpunkt schon 22 Jahre alt. Er erhielt einen Kontrakt für zwei Jahre und die Ansage, "wenn du den Sprung schaffst, verlängert sich der Vertrag, wenn du es nicht schaffst, musst du gehen, denn dann bist du zu alt für die zweite Mannschaft". 

Ich gehe da hin und spiele quasi gegen Hosenscheißer, ich kann es nur so sagen.

Christopher Trimmel über seine Anfänge bei Rapid Wien

Von da an entwickelte sich die Karriere des talentierten Flügel- und Defensivspielers rasant. Nach nur einem Jahr nahm ihn der damalige Cheftrainer Peter Pacult in den Profikader auf. Was Trimmel zu Gute kam: Schon im Alter von 15 Jahren war er in der Heimat gegen erwachsene Gegenspieler angetreten, wusste sich also durchzusetzen, auch mannschaftsintern. "Ich gehe da hin und spiele quasi gegen Hosenscheißer, ich kann es nur so sagen", sagt er über seine Anfänge bei Rapid. Seine Mitspieler "waren es nicht gewohnt, so in die Zweikämpfe zu rauschen. Die waren technisch alle besser ausgebildet als ich, aber hatten diese Disziplin und dieses Zweikampfverhalten nicht. Ich habe mich da reingehauen."

Sein Weg in die Profifußball war damit geebnet, bei Rapids Profiteam spielte sich Trimmel schnell fest, wurde sogar auf Anhieb Nationalspieler - blieb aber mit beiden Beinen immer auf dem Boden, auch weil er den harten Arbeitsalltag etwa auf dem Bau kennengelernt hatte: "Auf einmal verdienst du mehr als dein eigener Vater."

Seinen eigenen Werdegang sieht er durchaus im Kontrast zur heutigen Ausbildung junger Fußballer: "Die Spieler trainieren ihr Leben lang bis zur ersten Mannschaft das Spiel gegen Gleichaltrige. Es macht einen Unterschied, ob du mit 15 gegen einen 35-Jährigen in einen Zweikampf gehst und dich durchsetzen musst oder gegen einen vielleicht etwas besser gebauten Gleichaltrigen", betont er. "Die Spieler dachten, wer am besten technisch ausgebildet ist, wird es schaffen. Und auf einmal kommt der Holzfuß daher, steht im Fokus und wird hochgezogen."

Wieso Trimmel einen schwierigen Start in der Nationalmannschaft hatte, zwischenzeitlich acht Jahre nicht nominiert worden ist und warum es ihn schließlich nach Berlin zog, verrät Trimmel in der neuen Folge "kicker meets DAZN". Außerdem spricht der Bundesliga-Profi über seinen Musikgeschmack und Konzertlocations.

kicker meets DAZN jetzt hier hören:

KMD #160 - Patrick Wimmer
06. Februar 202301:29:46 Stunden

KMD #160 - Patrick Wimmer

Alles drin! Nicht nur im Meisterschaftskampf der Bundesliga, sondern auch in der neuen Folge kicker meets DAZN! Benni und Alex diskutieren sich die Köpfe heiß zur Causa Neuer, sprechen mit Wolfsburgs Patrick Wimmer über Bauernhöfe, Lionel Messi und das Wiener Stadtderby, beleuchten den aktuellen Konflikt zwischen Bundesliga-Trainern und Schiedsrichtern und lassen sich von kicker-Experte Michael Pfeifer den Breitenreiter-Rauswurf in Hoffenheim erklären!

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