Regionalliga

Geisterspiele bereiten der BSG Chemie Leipzig Sorgen

Die BSG rechnet mit einem Verlust von bis zu 60.000 Euro

"Wettbewerbsverzerrung": Geisterspiele bereiten Chemie Sorgen

Der Alfred-Kunze-Sportpark wird in den kommenden Wochen leer bleiben.

Der Alfred-Kunze-Sportpark wird in den kommenden Wochen leer bleiben. imago images/Jan Huebner

Die Mitteilung der sächsischen Staatsregierung vom 19. November war ein Schock für alle Vereine im Freistaat. Wegen rasant steigender Infektionszahlen und einer zugleich vergleichsweise niedrigen Impfquote wurde beschlossen, dass zunächst bis 12. Dezember keine Spiele mehr vor Zuschauern stattfinden dürfen.

Darunter leiden nicht nur die größeren Vereine wie Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue oder der FSV Zwickau, auch für die Traditionsklubs aus den unteren Ligen bedeutet das einen erheblichen Einschnitt in die Budgetplanung. Für die BSG Chemie Leipzig, die in diesem Zeitraum zwei Heimspiele in der Regionalliga Südost gegen Cottbus und Eilenburg austrägt, bedeuten die Geisterspiele einen Verlust von bis zu 60.000 Euro.

Hoffnung auf Spielverlegung

"Wir gehen ganz realistisch davon aus, dass wir gegen Cottbus ein ausverkauftes Haus gehabt hätten. Und auch das Fast-Derby gegen Eilenburg zog traditionell immer viele Zuschauer an. 8000 bis 9000 Zuschauer hätten wir in beiden Spielen sicherlich gehabt", rechnet Chemie-Präsident Frank Kühne im kicker-Interview (Donnerstagsausgabe) vor.

Um dem Dilemma aus dem Weg zu gehen, hat die BSG beim Nordostdeutschen Fußballverband beantragt, die restlichen Heimspiele ins neue Jahr zu verlegen. "Das wäre eine konkrete und wichtige Hilfe für einen Verein wie den unseren, der sich maßgeblich aus Spieltagseinnahmen finanziert", so Kühne.

Sportlich kein Nachteil?

Da die Geisterspiele bis dato nur sächsische Vereine betreffen, sieht sich der 61-Jährige gegenüber der Liga-Konkurrenz stark benachteiligt. "Das ist schon eine Wettbewerbsverzerrung. Das Geld gibt uns ja keiner wieder", ärgert sich Kühne auch über die fehlende Unterstützung von den Verbänden. Neben Chemie müssen auch Lok Leipzig, Chemnitz, Eilenburg und Auerbach vor leeren Rängen spielen.

Zumindest sportlich sieht Kühne ein leeres Stadion nicht unbedingt als Nachteil. "Vor unseren Fans konnten wir in diesem Jahr eher wenige Punkte holen. Das ist verwunderlich, aber Tatsache." Chemie gelangen in bisher neun Heimspielen nur zwei Siege, vier Partien vor eigenem Publikum gingen verloren. Aktuell rangiert die BSG mit 22 Punkten auf Platz elf, am Wochenende verlor das Team von Trainer Miroslav Jagatic das Stadtderby bei Lok mit 0:1.

tso/Jens Fuge

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