Regionalliga

West-Regionalligisten wollen künftig selbst streamen

Sport1 behält das Vorrecht bei Übertragungen

West-Regionalligisten wollen künftig selbst streamen

TV-Kamera

Die West-Regionalligisten wollen die Übertragung selbst in die Hand nehmen. imago images

Noch immer ist unsicher, ob und in welcher Form in Zukunft Zuschauer zu Spielen der Regionalligen zugelassen sein werden. Der Westdeutsche Fußball-Verband (WDFV) und die 21 Klubs der Regionalliga West wollen deswegen die Rechte für das Streamen ihrer Spiele selbst vermarkten. Bislang überträgt der TV-Sender Sport1 unregelmäßig Top-Spiele aus der West-Staffel, außerdem sind alle Spiele auf sporttotal.tv zu sehen. Zukünftig soll jeder Klub die Möglichkeit haben, seine Heimpartien selbst im Internet zu übertragen und zu vermarkten.

Damit reagiert der Verband als Träger der Regionalliga West auf die Einschnitte der NRW-Klubs bei den Zuschauereinnahmen. Auf einer Präsenzveranstaltung aller Klubs am vergangenen Mittwoch signalisierten Klubs und Verband Zustimmung zu dem neuen Modell, auf dem nächsten Staffeltag Ende August soll ein Beschluss folgen. Einige Vereine sind bereits dabei, die technischen Gegebenheiten in ihren Stadien für ein mögliches Streaming-Angebot zu testen.

Möglichkeiten für infrastrukturschwache Vereine

Bislang erhalten die Vereine pro Live-Übertragung bei Sport1 einen niedrigen fünfstelligen Betrag. Daran wird sich auch weiterhin nichts ändern: Der Sender behält das Vorrecht auf eine Übertragung. Sendet Sport1 live, muss der entsprechende Heimverein auf sein Streamingangebot verzichten. Sporttotal.tv hat bereits zudem angeboten, kleinere Vereine mit der vorhandenen Infrastruktur gegen eine Entschädigung beim Streaming zu unterstützen. Möglich ist auch, dass infrastrukturschwache Vereine die Rechte an ihren Übertragungen an finanzkräftigere und zuschauerstärkere Klubs veräußern.

Der Vertrag mit Sport1 läuft noch für die Saison 2020/21. Die neue Regelung soll solange gelten, wie die Klubs keine oder nur eine reduzierte Anzahl Zuschauer in die Stadien lassen dürfen. Für die Vereine geht es auch darum, ihre Sponsoren bei Laune zu halten: Sind keine Zuschauer zugelassen, erkennen die Finanzämter offenbar Zuwendungen der Sponsoren teilweise nicht als Werbemittel an. Auch das soll sich mit dem neuen Angebot ändern.

Jim Decker