Europa League

West Ham verurteilt Attacke auf ARD-Reporterduo

"So etwas habe ich noch nie erlebt" - UEFA ermittelt nicht

West Ham verurteilt Attacke auf ARD-Reporterduo

Eintracht Frankfurts Auftritt bei West Ham wurde von einem hässlichen Zwischenfall überschattet.

Eintracht Frankfurts Auftritt bei West Ham wurde von einem hässlichen Zwischenfall überschattet. IMAGO/Shutterstock

Zu befürchteten Auseinandersetzungen zwischen Fangruppen ist es am Donnerstagabend beim Europa-League-Halbfinalhinspiel zwischen West Ham United und Eintracht Frankfurt (1:2) offenbar nicht gekommen. Allerdings sorgte ein anderer Zwischenfall für Fassungslosigkeit.

Die beiden ARD-Rundfunkreporter Tim Brockmeier und Philipp Hofmeister wurden kurz nach West Hams zwischenzeitlichem 1:1-Ausgleich in der 21. Spielminute von Anhängern der Gastgeber tätlich angegriffen.

"Wir werden von hinten gerade attackiert von den englischen Fans. Dem Kollegen Tim haben sie das Headset runtergeworfen", berichtete Hofmeister während der Liveübertragung. "Wir sind geschockt", sagte Brockmeier. "So etwas habe ich noch nicht erlebt." Später schrieb Letzterer auf Twitter, es habe "mehrfach Faustschläge an den Hinterkopf, in den Nacken, in den Rücken" gegeben.

West Ham kündigt Konsequenzen an - "Hessischer Rundfunk" kritisiert Hammers

Brockmeier bedankte sich bei den Medienmitarbeitern beider Klubs, "die uns in der Pause regelrecht in Sicherheit gebracht haben, bringen mussten". Die zweite Hälfte kommentierte das Duo von einem anderen Platz aus. "Mental war das danach schwierig", sagte Hofmeister, der später twitterte: "Uns geht es gut. Die besten Wünsche an alle West-Ham-Fans, die den Fußball lieben und ihre Gegner respektieren."

LONDON, ENGLAND - APRIL 28: Daichi Kamada of Eintracht Frankfurt celebrates scoring his side's second goal in front of the away fans during the UEFA Europa League Semi Final Leg One match between West Ham United and Eintracht Frankfurt at Olympic Stadium on April 28, 2022 in London, United Kingdom. (Photo by Craig Mercer/MB Media/Getty Images)

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Der Premier-League-Klub verurteilte den Vorfall und kündigte Konsequenzen an. "Wir werden daran arbeiten, die Täter ausfindig zu machen", sagte ein Klubsprecher. "Sie werden eine unbefristete Sperre erhalten und weder das London Stadium betreten noch mit dem Klub reisen dürfen. Es gibt keinen Platz für ein solches Verhalten."

Kritik übte auch Gabriele Holzner, die Programmdirektorin des "Hessischen Rundfunks", für den Brockmeier und Hofmeister am Donnerstag im Einsatz waren. "Ein Fußballstadion ist kein rechtsfreier Raum", so Holzner in einer Mitteilung des Senders. "Wir erwarten vom veranstaltenden Verein, dass er Bedingungen auch für Reporter der Gastmannschaft schafft, so dass diese ihren Job ohne Angst vor Übergriffen machen können."

UEFA leitet keine Ermittlungen ein

Ein Disziplinarverfahren der UEFA müssen die Hammers allerdings nicht fürchten. "Der Klub hat schnell reagiert und wird den Vorfall nun untersuchen, um die Schuldigen zu ermitteln und zu sperren", teilte der Verband der Deutschen Presse-Agentur mit. Die ARD sei mit dem Vorgehen einverstanden.

jpe

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