Bundesliga

Weshalb Stage bei Werder erstmals nicht gefragt war

Gruev von Beginn an, Rapp für die Sechs

Weshalb Stage bei Werder erstmals nicht gefragt war

In Leverkusen außen vor: Bremens Mittelfeldspieler Jens Stage.

In Leverkusen außen vor: Bremens Mittelfeldspieler Jens Stage. Getty Images

Erst unter der Woche hatte Jens Stage selbst eingeräumt, dass seine bisherigen Leistungen den Eindruck vermittelten, dass dabei "noch Luft nach oben" besteht. Vier Millionen Euro hatte der SV Werder Bremen im vergangenen Sommer in den Neuzugang vom FC Kopenhagen investiert; alle anderen Verpflichtungen wurden ablösefrei getätigt. Bislang scheinen zumindest die mit jener Ablösesumme verbundenen Erwarten noch nicht erfüllt.

Beim 1:1-Unentschieden im Auswärtsspiel gegen Bayer Leverkusen war der 25-Jährige erstmals gar nicht gefragt bei seinem neuen Klub, nach fünf Startelfeinsätzen in den sechs Bundesliga-Partien zuvor. Stattdessen stand nun Ilia Gruev einigermaßen überraschend in der Bremer Startelf. Werner begründete die Nominierung des erstmals zur bulgarischen A-Nationalmannschaft eingeladenen Mittelfeldspielers zum einen mit guten Leistungen nach seinen Einwechslungen und im Training, aber auch mit taktischen Überlegungen.

Stage für die Werder-Sechs kein Thema

"Klar war, dass wir auf der Achterposition neben Romano Schmid jemanden brauchten", so der Werder-Coach, "der schon auch defensiv orientiert ist - weil wir davon ausgegangen sind, dass defensiv viel zugelaufen werden muss." Parameter, die man bei Werder sonst eigentlich auch für Stage als Spielertyp im zentralen Mittelfeld proklamiert. Werner verwies jedoch zusätzlich auf die "Klarheit im Ballbesitz", die der 34-Jährige in Leverkusen als wichtig erachtete: "Und Ilia hat als Achter nicht immer den Drang, tiefzugehen - sondern sich die Bälle als zweiter Sechser auch mal tief zu holen."

Dass Stage selbst von der Bank nicht zum Einsatz kam, hatte auch damit zu tun, dass Werner in der 70. Minute offensiv wechselte, Angreifer Oliver Burke für Sechser Christian Groß brachte - und dass Gruev dessen Position einnahm. Als bei dem 22-Jährigen dann ebenfalls "die Luft ausging", setzte der Coach ab der 79. Minute auf Nicolai Rapp - weil der auf dieser Position vergleichsweise erprobt gewesen sei. "Es ist etwas anderes, Jens dann reinzuwerfen, ohne dass er das jemals bei uns gemacht hat", erklärte Werner.

Pieper auf den Spuren von Latza und Papadopoulos

Werner wollte die Nichtberücksichtigung von Stage jedoch nicht zu hoch hängen: "Er hat auch schon gute Leistungen gezeigt. Es ist immer eine Entscheidung, die man fürs Team treffen muss. Und er ist ein Teamplayer, nimmt das auch an." Derweil wurde dem Trainer für seine nächste Aufstellung nach der Länderspielpause gegen Gladbach schon in Leverkusen eine Entscheidung abgenommen.

Verteidiger Amos Pieper sah bereits am 7. Spieltag die 5. Gelbe Karte der Saison. In den letzten acht Spielzeiten gab es nur zwei Spieler, die sich ebenso früh die erste Gelbsperre abholten: Danny Latza (2020/21 mit Mainz) und Kyriakos Papadopoulos (2017/18 mit dem HSV).

Tim Lüddecke

Wer wie oft Bundesliga-Tabellenführer war