2. Bundesliga

Werners nächster Schritt: "Angenehm herausfordernd"

Neuer Werder-Coach soll Anfang-Spielidee fortführen

Werners nächster Schritt: "Angenehm herausfordernd"

Will mit Werder eine "gute Rolle spielen in der Liga": Ole Werner.

Will mit Werder eine "gute Rolle spielen in der Liga": Ole Werner. imago images/Nordphoto

Es dauerte etwas, bis jene Frage gestellt wurde, die nun mal gestellt werden musste. Zunächst einmal tastete man sich ab, die Bremer Journalisten und der Neue am Osterdeich: Ole Werner erklärte etwa, wie sein Wechsel zum SV Werder Bremen zu Stande gekommen war und warum diese Konstellation womöglich ganz gut passen könnte. Dass die Einigung zwischen seinem neuen und seinem alten Arbeitgeber, Holstein Kiel, nun mal einfach etwas länger gedauert habe. Und ganz klassisch, dass er einen Co-Trainer mitgebracht habe …

Baumann mit einem vielsagenden Zusatz

Nach etwas mehr als 22 Minuten der am Ende über 40-minütigen Vorstellungsrunde war es dann aber so weit: Werner wurde auf seinen Impfstatus angesprochen - welchem in Bremen spätestens seit den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen auf diesem Gebiet gegen seinen Vorgänger Markus Anfang eine erhöhte Relevanz eingeräumt wird. "Ich bin nachweislich doppelt geimpft", entgegnete Werner in aller Sachlichkeit: "Eine Booster-Impfung habe ich noch nicht." Sportchef Frank Baumann, der neben ihm auf dem Podium saß, ergänzte noch, zumindest schmunzelnd: "Wir haben keine Veranlassung, an der Richtigkeit der Nachweise zu zweifeln. Es gibt keine Auffälligkeiten."

Werners und Anfangs Gemeinsamkeiten aus Kieler Zeiten

Anschließend konnte dann weiter über die tatsächlichen Gründe der Verpflichtung Werners gesprochen werden, bei der der erwähnte Vorgänger jedoch trotzdem auch eine Rolle gespielt hatte. Der neue und der alte Werder-Coach kennen sich nämlich aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Holstein Kiel. Anfang war von 2016 bis 2018 Cheftrainer der Profis, Werner wiederum betreute seinerzeit die 2. Mannschaft. Und insofern sei es schon "hilfreich", erklärte Werner, "dass viele Dinge in der Spielidee von Markus Anfang und mir ähnlich sind, die wir der Mannschaft mitgeben werden".

Dabei gehe es vor allem um den Ansatz, das Geschehen auf dem Platz als Mannschaft bestimmen zu wollen, konkretisierte der 33-Jährige: "Heutzutage als Dominanz beschrieben." Also: Eine klare Struktur bei Ballbesitz. Dazu stellen sich Aufgaben wie: "Wo sind Überzahlräume und wie kommt man da rein? Wie möchte man Dynamik aus diesen Räumen entwickeln?" Etwaige Ansichten teilt bekanntlich auch Anfang, wenngleich Werner betont, dass die Lösungen der beiden Fußballlehrer "nicht immer die gleichen sind". Im Spiel gegen den Ball dürfte es jedoch ebenfalls weiterhin dabei bleiben, dass Werder die Gegner früh stören wird, um ihnen im Aufbau nicht zu viel Zeit zu lassen.

Weiterentwicklung ohne Anlaufzeit

Es sind Dinge wie diese, über die Werner am Montag Auskunft gab, und die Baumann davon sprechen lassen, einen Trainer "mit einer klaren Handschrift und offensiver Grundausrichtung" gefunden zu haben. Jemanden, "der Lösungen mit Ball vermitteln kann" und somit geeignet für die Kernaufgabe in Bremen sei: Eine Mannschaft weiterzuentwickeln. Und das ohne jegliche Anlaufzeit, ohne eine Sommervorbereitung etwa. "Da hilft es", erklärte auch der 46-jährige Sportchef, "dass es diese Ähnlichkeiten zu Markus Anfang gibt in der Spielidee. Und dass Ole die Liga auch bestens kennt."

Jetzt ist es eben so, dass ich mich an viele Dinge neu gewöhnen muss, viele neue Leute kennenlerne.

Ole Werner

Allerdings ist Werder für Werner auch die erste externe Trainerstation. "Wenn man 15 Jahre in einem Verein war, dann ist es so, dass man alles kennt", sagte der Mann, der erst als Spieler und später als Trainer in Kiel tätig war. Insofern bedeute der Umzug nach Bremen - aktuell ist Werner wie der neue Co-Trainer Patrick Kohlmann im Hotel untergebracht - "sicherlich eine Umstellung", die der neue Chefcoach jedoch als "angenehm herausfordernd" wahrnehme: "Jetzt ist es eben so, dass ich mich an viele Dinge neu gewöhnen muss, viele neue Leute kennenlerne."

Auftakt gegen Aue

Für Werner ist es der nächste Schritt. Er scheint bereit dafür zu sein. Zumal er ausführte: "Wenn man meinen Beruf ergreift, ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass man nicht sein Leben lang vor der Haustür arbeitet." Auch die 2. Liga müsse es, wie bislang für ihn, nicht für immer sein, so viel war ebenfalls aus seinen Aussagen herauszuhören. Man werde die Spiele angehen, um sie zu gewinnen, schon am Freitag im Wohninvest Weserstadion gegen Erzgebirge Aue: "Das ist unser Anspruch als Werder Bremen", so Werner: "Den wollen wir sichtbar machen - und eine gute Rolle in dieser Liga spielen."

Tim Lüddecke

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