Nationalelf

Werner: "Mittlerweile blende ich die Pfiffe aus"

Der Nationalstürmer im kicker-Interview

Werner: "Mittlerweile blende ich die Pfiffe aus"

Schwerer Gang: Timo Werner wurde vom Nürnberger Publikum ausgepfiffen.

Schwerer Gang: Timo Werner wurde vom Nürnberger Publikum ausgepfiffen. imago

Vor einer Woche, bei seiner Einwechslung gegen San Marino in Nürnberg, hat ihn das Publikum ausgepfiffen. Im Anschluss an den 7:0-Sieg über den Fußballzwerg in der WM-Qualifikation sah sich Joachim Löw genötigt, das Wort zu ergreifen. "Ein Nationalspieler, der am Anfang seiner Karriere steht und in der Bundesliga 21 Tore erzielt hat, der darf nicht ausgepfiffen werden, das ist nicht in Ordnung", schimpfte der Bundestrainer. "Es gab mal eine Schwalbe, er hat einen Fehler gemacht, den hat er zugegeben. Aber das ist ein sehr, sehr junger Spieler."

Werner geht für einen 21-Jährigen bemerkenswert erwachsen mit der Situation um. "Ich muss das jetzt wegstecken und hoffe, dass die Zeit alle Wunden heilt. Eines kann ich sagen: Ich habe aus dieser Sache gelernt, und ich werde gestärkt da rausgehen", sagt der Stürmer von RB Leipzig. "In der Bundesliga wurde ich noch heftiger ausgepfiffen und beschimpft, und da habe ich meine Tore auch geschossen. Mittlerweile blende ich das aus und spiele einfach mein Spiel."

Mein Ziel muss sein, dass die deutschen Fans irgendwann froh sind, mich im Nationaltrikot zu sehen.

Timo Werner

Das Beispiel seines Vorbildes Mario Gomez, der in der Nationalelf einen ähnlichen Spießrutenlauf erlebte wegen vergebener Großchancen, mittlerweile aber bejubelt wird, macht Werner Mut: "Mein Ziel muss sein, dass die deutschen Fans irgendwann froh sind, mich im Nationaltrikot zu sehen. Dass sie sagen: Zum Glück haben wir den Jungen, der das entscheidende Tor beispielsweise im WM-Halbfinale erzielt hat. Dieser Gedanke spornt mich an."

Im ausführlichen Interview (Montagausgabe) erzählt Timo Werner, ob Joachim Löw mit ihm über die Pfiffe geredet hat, wieso Miroslav Klose als Sturmtrainer der Nationalelf wichtig für ihn ist, weshalb das abgelaufene Jahr das "lehrreichste" seiner Karriere war, was der Confed-Cup für ihn bedeutet und was er sich von dem Turnier erhofft und wie er die Leipziger Personalpolitik aus der Entfernung erlebt.

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