2. Bundesliga

Werner und der Werder-Lauf: "Rufe nicht überall an und frage"

Wintertransfer nicht ausgeschlossen an der Weser

Werner und der Werder-Lauf: "Ich rufe nicht überall an und frage"

Beobachtet die Einstellung seines Teams im Training stets ganz genau: Werder-Trainer Ole Werner.

Beobachtet die Einstellung seines Teams im Training stets ganz genau: Werder-Trainer Ole Werner. imago images/Nordphoto

Friede, Freude, Eierkuchen: Die Stimmung beim SV Werder Bremen ist längst nicht mehr mit der Stimmung rund um den bitteren Bundesliga-Abstieg, die Kaderunsicherheiten im Sommer und die Impf-Causa um Ex-Coach Markus Anfang zu vergleichen. Die Grün-Weißen haben sich vielmehr gefangen und sind unter ihrem neuen Coach Ole Werner zielstrebig sowie mächtig erfolgreich unterwegs. Das dürfte auch Respekt bei der Konkurrenz hervorrufen, auch wenn Werner diesbezüglich nicht extra irgendwo nachfragt: "Ich ruf' ja nicht überall an und frag', wie sie uns aktuell sehen und einschätzen. Es ist klar, dass andere Mannschaft wissen, wenn es bei einem Klub gut läuft. Sie haben bei der Konkurrenz eine gewisse Wahrnehmung. Das ändert aber meine Arbeit nicht, ich mache mir da wenig Gedanken darüber."

Klar ist jedenfalls: Unter dem Trainer sind bislang vier von vier Zweitliga-Spielen gewonnen worden - und auch die Tatsache, dass sich vorn im Angriff Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug bestens verstehen ("Ein Geben und Nehmen" zwischen den beiden), stimmt positiv.

Die Stürmer zelebrieren ein Zusammenspiel, das Werner beeindruckt. Der 33-Jährige hat genau registriert, dass Füllkrug auf sieben Treffer sowie fünf Vorlagen in den jüngsten neun Spielen kommt und Ducksch dem mit vier Toren sowie drei Assists aus vier Partien in nichts nachsteht. Der Coach freue sich, auf solch ein Duo zurückgreifen zu können - auch wenn beim kommenden Gegner Paderborn (Samstag, 13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) mit Sven Michel und Felix Platte ein ebenfalls bärenstarkes Duo aufwartet (insgesamt schon 21 Treffer).

"Ich würde nicht tauschen wollen, für mich ist die Sache klar", so Werner auf der Pressekonferenz am Donnerstag. "Ich bevorzuge Ducksch/Füllkrug und freue mich über das, was die beiden in den vergangenen Wochen geleistet haben." Trotzdem wisse er aber auch, "dass die anderen beiden auf der anderen Seite auch eine gewisse Qualität haben".

"Da wird es 90 Minuten intensiv zur Sache gehen"

Und dass der SCP überhaupt eine gewisse Qualität habe und das Hinspiel im Weserstadion am 3. Spieltag deutlich mit 4:1 für sich entschieden hat. Groß thematisiert hat Werner das Hinspiel noch unter Vorgänger Anfang, als es hinterher etwa auch Buhrufe für Manager Frank Baumann gegeben hat, aber nicht.

"Ich selbst habe die Situation damals nicht besonders wahrgenommen, ich habe mich damals um meine Aufgabe in Kiel gekümmert", so der Coach, der nach dem 7. Spieltag von seinem Holstein-Job zurückgetreten war. "Deswegen will ich mich da auch zurückhalten, irgendwelche Vergleiche zu ziehen. Das Hinspiel war auch bei der Mannschaft kein großes Thema, so habe ich das wahrgenommen. Ich kenne das Ergebnis, habe mir einzelne Szene angesehen. Ich hoffe aber darauf, dass sich die Ergebnisse am Ende des Tages unterscheiden werden. Beim Rest sind wir aber noch im Bereich der Glaskugel, weil das Rückspiel eben erst noch gespielt werden muss. Das wird sicherlich eine Aufgabe werden - und auch eine, auf die ich mich freue. Da wird es 90 Minuten intensiv zur Sache gehen."

"Die Antennen sind ausgefahren"

Vom Personal her muss der SVW-Trainer in jedem Fall auf Abdenego Nankishi und Mitchell Weiser (jeweils COVID-19) verzichten - und auch bei Felix Agu (Probleme an der Patellasehne) gibt es noch keine Entwarnung. Sollte der Rechtsverteidiger aber ausfallen, müsste die zuletzt stets siegreiche Startelf erstmals wieder umgebaut werden.

Doch auch das sei im Falle des Falles für Werner kein Problem: "Viermal in Folge die gleiche Startelf: Das ist nicht normal, das ist schon etwas Besonderes, weil man das nicht oft machen kann. Aber wenn es so kommt, dann ist das eine Chance für jemanden anderes, sich zu zeigen. Wir haben eine Menge Jungs, die zuletzt in der zweiten Reihe standen und extrem heiß auf ihre Chance sind. Da sind wir guter Dinge."

Wir sind nicht gewillt, Spieler abzugeben.

Clemens Fritz

Und überhaupt sei es wichtig, dass Spieler im gesamten Kader immer wieder Möglichkeiten haben, sich zu beweisen. Das erhalte den Teamgeist - und sorge dafür, dass sich auf dem derzeitigen Erfolg nicht ausgeruht wird. Der Coach selbst hat diesbezüglich auch immer die Einstellung der Spieler im Visier, ob zum Beispiel etwas zu lässig angegangen wird: "Sicherlich ist das so, dass die Antennen ausgefahren sind. Ich beobachte das wie genau im Training - und wenn Dinge schlecht laufen, werde ich auch das ansprechen. Wenn nachgelassen wird, dann werde ich ehrlich und offen zur Mannschaft sein und das auch bleiben." Bislang habe er das aber nicht festgestellt.

Kommt es noch zu einem Transfer?

Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball, war ebenfalls zugegen und hat über das aktuell noch offene Transferfenster gesprochen. Wird es noch zu einer Verpflichtung oder sogar zu einem Abgang kommen? Für den langjährigen Profi ist die Sache klar: "Wir haben den Markt schon im Blick, da sind wir natürlich offen. Es ist aber nicht so, dass wir irgendwelche verrückten Dinge machen, nur um etwas gemacht zu haben. Mal schauen einfach, ob noch etwas passiert. Wir fühlen uns wohl mit dem Kader, den wir aktuell haben - und sowohl von Spielerseite als auch vom Markt gab es keine Signale - und wir sind auch nicht gewillt, Spieler abzugeben."

mag

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