Bundesliga

Werders Sorgen: Das Lazio-Spiel ist in Gefahr

Bremen: Gefährdung durch rechtsradikale Gruppen

Werders Sorgen: Das Lazio-Spiel ist in Gefahr

Sorgen um den offiziellen Saisonauftakt: Werders Vorsitzender der Geschäftsführung Klaus Filbry.

Sorgen um den offiziellen Saisonauftakt: Werders Vorsitzender der Geschäftsführung Klaus Filbry. imago

Aus dem Bremer Trainingslager in Neuruppin berichtet Hans-Günter Klemm

Von einer "Gefährdungslage durch Aktionen rechtsradikaler Gruppen" sprach Filbry, nachdem er von den Sicherheitsbehörden entsprechende Warnhinweise erhalten hat. Die erfreuliche Nachricht aus Sicht des Bosses: Durch das Plus auf dem Transfermarkt hat der Klub seit Jahren wieder bei den Personalplanungen eine verbesserte Handlungsfähigkeit.

Alternative: Absage an Lazio

Filbry wirkte recht nachdenklich, als er von selbst das Thema anschnitt. Seit Mittwoch ist er über die mögliche Gefahrensituation informiert, die das Freundschaftsspiel gegen den italienischen Erstligisten Lazio Rom auslösen könnte. Lazio ist bekannt für seine Sympathisanten aus der rechtsradikalen Szene. Das für den 6. August geplante Saisoneröffnungsspiel gegen die Römer nehmen nun deutsche Gruppen dieser politischen Szene als Plattform, um sich entsprechend in Szene zu setzen.

"Wir nehmen es sehr ernst", kommentierte der Werder-Vorsitzende die von Innenbehörde und Polizei ausgesprochenen Hinweise. Das Spiel war als Familienevent geplant. Nun könnte es vermutlich abgesagt werden. "Es ist möglich, dass wir das Spiel absagen und einen anderen Gegner einladen." Lazio sei kein Vorwurf zu machen, erläuterte Filbry. Auch die Bremer hatten nicht mit solchen Auswirkungen gerechnet, da nicht davon ausgegangen werden konnte, dass Lazio-Fans zu diesem Testspiel nach Bremen reisen.

Bei seinem Kurzbesuch im Trainingslager hatte Filbry am Vormittag eine "sehr intensive Einheit" erlebt. Seine Meinung über den momentanen Kader deckt sich mit der Auffassung der sportlichen Leitung. Der Chef schloss sich der "Experten-Meinung" an: "Ich halte den Kader für gut genug für die Bundesliga."

Gespräche über den Ausrüster

Mit Manager Frank Baumannn diskutierte Filbry andere Themen, so auch die Zusammenarbeit mit dem Ausrüster Nike, der noch zwei Jahre an den Nord-Klub gebunden ist. Das dritte Trikot, das so genannte Event-Jersey, soll im August vorgestellt werden, möglicherweise beim Pokalspiel in Lotte. Es soll in den traditionellen Farben Grün und Weiß gehalten sein.

Über das viel diskutierte "Team Marktwert", das eine andere Verteilung der TV-Gelder anstrebt, wollte Filbry nichts sagen. Dafür sprach er die finanzielle Lage bei Werder an, die sich so positiv darstellt wie seit Jahren nicht mehr. Bisher hat Werder ein Plus auf dem Transfermarkt erwirtschaftet. Filbry strich die "neue Handlungsfähigkeit" heraus. Werder sei in der Lage, aus eigener Kraft sinnvolle Investitionen zu tätigen, wenn es erforderlich sei. Der Vorsitzende bestätigte: "Frank Baumann kann die volle Summe reinvestieren."