2. Bundesliga

Werder Bremens Makel bei der Tordifferenz

Füllkrug beschwört die "volle Kapelle"

Werders Makel bei der Tordifferenz: "So hoch wie möglich gewinnen"

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug hofft auf die Rückkehr eines Trios.

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug hofft auf die Rückkehr eines Trios. IMAGO/foto2press

Am Freitagabend, im Anschluss an die Bremer 2:3-Niederlage nach 2:0-Führung gegen Holstein Kiel, war klar, dass der SV Darmstadt 98 ziemlich genau 24 Stunden später mit einem Sieg in der Tabelle an Werder vorbeiziehen könnte - aufgrund der dann besseren Tordifferenz bei aktuell jeweils 57 Punkten, schon ab einem Ergebnis von 1:0.

Aber so weit vorbeiziehen? Mit 6:0 (!) gewannen die "Lilien" ihr Heimspiel, besiegelten damit den Abstieg von Erzgebirge Aue - und bauten ihren Vorsprung auf den Relegationsplatz auf ebenjene sechs Treffer aus. Dort rangiert nun der SV Werder, der als bisheriger Tabellenführer zuvor bereits den FC Schalke 04 hatte passieren lassen müssen - weil nun mit zwei Punkten mehr auf dem Konto. Und übrigens einer ebenfalls besseren Tordifferenz (plus 26).

Tordifferenz: Die unmittelbare Konkurrenz liegt klar vorn

Die Bremer weisen den Makel auf, dass die Tordifferenz von plus 17 aktuell dem schlechtesten Wert der vier bestplatzierten Teams in der 2. Liga entspricht. Verfolger HSV kommt als der Zweitligist mit den wenigsten Gegentoren (32 in 32 Spielen) gar auf eine Differenz von plus 30. Heißt: Könnten die Hamburger die drei Punkte Rückstand auf Werder in den zwei noch ausstehenden Spielen aufholen, würden sie auch in der Tabelle vorbeiziehen.

Doch so weit soll es laut Niclas Füllkrug nicht mehr kommen. Der Bremer Angreifer, der am Freitag gegen Kiel sein 17. Saisontor erzielte, aber auch einige weitere Chancen ausließ, sagte bei Sky90: "Wir müssen die zwei Spiele gewinnen, und - das soll nicht despektierlich klingen - am besten so hoch wie möglich." Die beiden Gegner lauten dann: Aue, nach ebenjenem 0:6, und Jahn Regensburg. "Ansonsten", verdeutlichte Füllkrug, "brauchen wir über keine Ziele in die Richtung reden", sprich: den Aufstieg. Sollten Schalke und Darmstadt jedoch nicht mehr patzen, bliebe nur noch die Möglichkeit, die sechs Tore Rückstand auf den Tabellenzweiten aufzuholen - oder eben über die Relegation.

Füllkrug setzt auf die Rückkehr eines Trios

Für die verbleibenden zwei, vielleicht auch vier Saisonspiele, beschwört der Stürmer zumindest die Rückkehr von "zwei, drei wichtigen Spielern", deren Mitwirken sich womöglich auch anders bemerkbar gemacht hätte, als eine 2:0-Führung noch komplett aus der Hand zu geben. Zumal es sich bei Christian Groß (nach Corona-Infektion), Milos Veljkovic (Muskelfaserriss) und Ömer Toprak (Wadenprobleme) um Defensivspezialisten handelt, die das Bremer Abwehrverhalten in jener Form vom Freitag wohl kaum geduldet hätten. Und die laut Füllkrug "eine Strahlkraft in unserer Mannschaft haben, die uns guttut, um ein bisschen mehr Sicherheit zu haben, auch mehr Souveränität".

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Werder jetzt "unter Zugzwang"

Offenbar besteht die Möglichkeit, dass das Trio, das in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll, in Aue wieder auf dem Platz stehen könnte. "Da freuen wir uns, jetzt wieder wahrscheinlich mit voller Kapelle antreten zu können", sagte Füllkrug - und lobte weiter: "Das sind Spieler, die schon ganz andere Szenarien in ihrer Karriere durchlebt haben und die Nervosität und den Druck nicht mehr so extrem spüren wie jemand, der das vielleicht zum ersten Mal spürt." Werder wolle nach dem 2:3 "auf jeden Fall eine richtige Reaktion" zeigen, so der 29-Jährige: "Wir haben uns in eine Situation gebracht, in der wir unter Zugzwang stehen."

Tim Lüddecke

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