Bundesliga

Werder-Präsident echauffiert sich über Polizei-Maßnahme

Hess-Grunewald: "Was wollen wir für einen Fußball?"

Werder-Präsident echauffiert sich über Polizei-Maßnahme

Hat sich über die Polizeiauflagen beim Gastspiel in Wolfsburg echauffiert: Hubertus Hess-Grunewald.

Hat sich über die Polizeiauflagen beim Gastspiel in Wolfsburg echauffiert: Hubertus Hess-Grunewald. imago images/Nordphoto

Laut des Bundesliga-Aufsteigers aus Bremen seien Werder-Ultragruppen aufgrund der einschneidenden Polizei-Maßnahmen in Wolfsburg kurzerhand wieder nach Hause umgekehrt. "Das stellt einen klaren Wettbewerbsnachteil für Werder dar", so der SVW in einer Stellungnahme.

Rund um das Gastspiel bei den Wölfen, das die Grün-Weißen sportlich mit einem 2:2 nach anfänglichem 0:1 und späterem 2:1 gestaltet hatten, äußerte sich auch noch Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald gegenüber "Sky".

Und das Urteil des 61-Jährigen fiel hart aus. Im Grunde konnte und wollte Hess-Grunewald nicht verstehen, warum der Vergleich zwischen Wolfsburg und Bremen von den Behörden nicht als "grün", sondern als "rot" und damit als Problemspiel eingestuft worden war.

"Es war so, dass unsere Fanszene hier angereist ist und am Bahnhof von der Wolfsburger Polizei festgesetzt worden ist", so der Präsident. "Es wurden Durchsuchungsmaßnahmen und Personenidentitätsfeststellungen angeordnet. Selbst unsere Fanbetreuer hatten am Anfang keine Möglichkeit, für die Kommunikation zu sorgen, weil auch sie sich immer wieder Kontrollen unterwerfen mussten. Das hat dann am Ende dazu geführt, dass relevante Teile unserer Fanszene sich entschieden haben, nach Hause zu fahren."

Ich erwarte da eine politische Korrektur von den Entscheidungsträgern.

Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald

Hess-Grunewald erkannte in diesem Vorgehen schikane und eklatante wie übertriebene Einschränkungen, die auch die Freiheit der Anhänger an sich beschnitten hätten: "Das ist eine Entwicklung, die wir nicht gutheißen können. Beide Klubs hatten im Vorfeld eine Einschätzung der Sicherheitslage vorgenommen und hatten dieses Spiel als grün eingeschätzt. Dass die Wolfsburger Polizei dann zu der Einschätzung kommt, das ist ein Rotspiel und im Vorfeld - ohne, dass irgendetwas passiert ist - solche gravierenden, freiheitsentziehenden Maßnahmen trifft ... Da muss ich sagen, das ist außerordentlich bedenklich."

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Mit seinem Schlussplädoyer warf der Präsident des SV Werder, seit 1970 Vereinsmitglied und bereits 2014 auf Klaus-Peter Fischer gefolgt, noch auf: "Wir müssen uns ernsthaft fragen: Was wollen wir für eine Fankultur? Wir sind stolz darauf, in Deutschland eine lebendige Fanszene in allen Stadien zu haben, Auswärtsfans zu haben. Wenn wir Gäste dann so willkommen heißen und so behandeln, dann kann das nicht im Sinne des Zuschauersports Fußball sein. Ich erwarte da eigentlich eine politische Korrektur von den Entscheidungsträgern, denn das kann so nicht stehenbleiben und darf sich nicht wiederholen." Ausdrücklich in Schutz nahm Hess-Grunewald dabei noch die örtlichen Polizeikräfte in Wolfsburg, die laut seiner Aussage von der Handhabe auch überrascht worden waren - nur um nochmals mit klarer Meinung zu unterstreichen: "Jeder muss sich fragen: Was wollen wir für einen Fußball und was wollen wir für ein Land sein? Ein freiheitliches Land oder eines, das sich mit anderen Ländern messen muss, die wir nicht so freiheitlich sehen?"

mag

Bilder zur Partie VfL Wolfsburg - Werder Bremen