Bundesliga

Werner ehrlich: "Können nicht über Wasser laufen"

Aufsteiger vorne dabei - Bittencourt: "Stop the count"

Werder euphorisiert, Werner ehrlich: "Können nicht über Wasser laufen"

Will trotz guter Ergebnisse weiter am Boden bleiben: Werder-Coach Ole Werner.

Will trotz guter Ergebnisse weiter am Boden bleiben: Werder-Coach Ole Werner. IMAGO/Pressefoto Baumann

Als Leonardo Bittencourt bemerkte, in welche Richtung die Frage formuliert würde, lachte er zunächst mehrmals auf, bis der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen seine Antwort gewählt hatte zur Konstellation, die sich am Freitagabend in der Tabelle der Bundesliga ergeben hatte: "Stop the count, oder?" Als Vierter rangierte der Aufsteiger zumindest über Nacht auf einem Platz, der zur Teilnahme an der Champions League berechtigen würde. Und nicht zum ersten Mal hatten auch die Fans nach dem 2:1-Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim "Europapokal"-Gesänge angestimmt...

Werner: "Daran sieht man, dass die Bremer Humor haben"

"Den singen sie ja schon seit einer gewissen Ewigkeit", befand Werder-Kapitän Marco Friedl, ebenfalls amüsiert über die neuen tabellarischen Sphären, nach denen die Profis nun befragt werden: "Es ist ein schöner Moment, den wir jetzt ein, zwei Tage genießen dürfen." Ole Werner indes bewertet die aktuell herrschende Werder-Euphorie naturgemäß sowieso nicht über, der Trainer meinte angesichts etwaiger Europa-Fantasien im Umfeld am späten Freitagabend nur: "Daran sieht man, dass die Bremer doch ab und zu mal ein bisschen Humor haben. Ich glaube, das ist eher so gemeint."

Zumal der Coach trotz des nächsten Auswärtserfolges seiner Mannschaft (nun drei Siege, zwei Unentschieden) gegen die bis dato zu Hause ungeschlagenen Hoffenheimer mit der sportlichen Performance ja nicht ganz zufrieden war: "Wenn man über die Leistung spricht, war das diesmal nicht unser bestes Spiel." Allerdings stand dieser zweite Sieg in Folge natürlich auch zwangsläufig noch etwas im Kontrast zur Bremer 5:1-Gala am vergangenen Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach - die jedoch nicht der Maßstab sein kann.

Das Glück war diesmal auf Bremer Seite

Für den Aufsteiger sei in der Bundesliga nach wie vor klar, "dass wir jetzt nicht über Wasser laufen können", so Werner über den derzeitigen Höhenflug, "wir müssen uns alles hart erarbeiten und wir brauchen auch hier und da ein Quäntchen Glück". Diesmal war dieses auf Bremer Seite. Die Gastgeber hatten die Partie zwar insgesamt überlegen gestaltet, spielten letztlich jedoch ihre Chancen nicht aus - stattdessen traf Werder mal wieder in der Schlussphase des Spiels, zum wiederholten Mal in dieser Saison.

Bittencourt sagte über dieses Bremer Qualitätsmerkmal in der aktuellen Saison: "Wir sind draufgeblieben, das ist unsere Spielphilosophie - das kann auch nach hinten losgehen, diesmal ist es wieder mal gutgegangen. Zurzeit werden wir einfach belohnt." Wichtiger als der aktuelle Tabellenplatz waren dem 28-Jährigen allerdings die 15 Punkte, die Werder aktuell nach neun Spieltagen aufweist. "Wir wissen das einzuordnen, es sind noch sehr viele Spiele. Je schneller wir viele Punkte sammeln, umso eher kommen wir an unser Ziel ran. Das ist, was wir im Kopf haben."

Baumgartner glaubt, dass Werder "oben dabei" bleibt

Dass es für den Aufsteiger aber womöglich tatsächlich um mehr gehen kann als den Klassenerhalt, offenbarte Hoffenheim-Profi Christopher Baumgartner. Der österreichische Angreifer zeigte sich im Anschluss an die 1:2-Niederlage zumindest einigermaßen überzeugt vom Potenzial des SV Werder Bremen in dieser Saison: "Die werden, glaube ich, weiter oben dabei bleiben."

Tim Lüddecke

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