3. Liga

3. Liga: Wer steigt auf? Magdeburg, Lautern und Co. im Check

Die Top-6 der 3. Liga vor dem Start der Rest-Rückrunde

Wer macht das Aufstiegsrennen? Magdeburg, Lautern und Co. im Check

Im Aufstiegsrennen: Michael Schiele, Matheo Raab und Baris Atik.

Im Aufstiegsrennen: Michael Schiele, Matheo Raab und Baris Atik.

Platz 1: 1. FC Magdeburg (44 Punkte)

Allein auf weiter Flur dreht der Spitzenreiter seine Kreise, doch nicht nur die acht Punkte Vorsprung machen Magdeburg zum großen Titelfavoriten der Liga. Neun der letzten zehn Spiele hat der FCM gewonnen, zuletzt vor den Weihnachtstagen auf beeindruckend souveräne Weise gegen Waldhof (3:0).

Mit Abwehrchef Alexander Bittroff und Top-Scorer Baris Atik (10 Tore/9 Vorlagen) hat die Elf von Christian Titz die auf ihrer Position überragenden Spieler der Liga im Kader und besticht zusätzlich durch das Kollektiv. Der Trainer hat das Team binnen einen Jahres vom Abstiegsaspiranten zur dominierenden Elf der Liga geformt. Setzt sich dieser Trend fort, geht die Meisterschaft in der 3. Liga nur über die Elbstädter. Los geht es am Samstag beim SC Freiburg II (14 Uhr, LIVE! bei kicker).

Platz 2: Eintracht Braunschweig (36 Punkte)

Das 1:1 gegen den FCK zum Jahresabschluss hat einmal mehr gezeigt, dass nur Nuancen zwischen den Spitzenteams den Unterschied machen. Damit nicht die Pandemie am Ende ausschlaggebend wirkt, will die Eintracht personell nachlegen. Zwei, drei Spieler will Sportchef Peter Vollmann noch verpflichten. Man darf gespannt sein. Mit Jan-Hendrik Marx (aus Ingolstadt) hat sich das Team in der Defensive bereits verstärkt.

Bemerkenswert schnell ist es Trainer Michael Schiele in den vergangenen Monaten gelungen, eine Einheit zu bilden. Viele Klubs taten sich in den letzten Jahren nach dem Abstieg aus der 2. Liga sehr schwer, nicht so Braunschweig. Der Coach weiß aus seiner Erfahrung mit Würzburg (2019/20), auf was es am Ende ankommt. Mit den Löwen wird auch in der Rückrunde zu rechnen sein. Zum Auftakt geht die Reise am Sonntag (14 Uhr) zu Viktoria Berlin.

Platz 3: SV Meppen (36 Punkte)

Sportlich letztes Jahr eigentlich abgestiegen, bewahrte nur der Lizenzentzug des KFC Uerdingen die Meppener vor dem Gang in die Regionalliga. Die unverhoffte Chance packen die Emsländer am Schopf und bewegen sich auf den Spuren von Darmstadt 98 (201/14) und dem SC Paderborn (2017/18), denen nach der gleichen Ausgangslage der Aufstieg in die 2. Liga gelang.

Auf dem Papier scheint der SVM der erste Aspirant zu sein, der sich aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Trainer Rico Schmidt muss es schaffen, die Dynamik der Vorrunde aufrecht zu erhalten, um das Maximale rauszuholen. Mit Mike-Steven Bähre kam ein alter Bekannter zurück. Der Start hat es gleich in sich. Zum einen, weil der erkrankte Drittliga-Top-Torjäger Luka Tankulic (11 Tore) auszufallen droht, zum anderen, weil es zum Auftakt auf dem Betzenberg am Samstag (14 Uhr) gegen den form- und heimstarken FCK geht. Schon drei Wochen später wartet mit Mannheim der nächste echte Härtetest.

Von Taz bis Atik: Die Top-Scorer der 3. Liga

Platz 4: Waldhof Mannheim (34 Punkte)

Waldhof hat die Nase aktuell vorne, zumindest im engen Rennen der drei Südwestklubs. Vom Nebenschauplatz rund um die Freistellung von Sportchef Jochen Kientz hat sich das Team im letzten Halbjahr nicht aus der Ruhe bringen lassen. Dessen Nachfolger Tim Schork war nach seiner Beförderung vom Kaderplaner gleich aktiv: Mit Justin Butler (Leihe aus Ingolstadt) und Pascal Sohm (aus Dresden) erhöhen zwei Winterneuzugänge Konkurrenz und Qualität im Angriff.

Das vermeintlich leichte Auftaktprogramm gegen Dortmund am Montagabend (19 Uhr), dann in Würzburg und gegen Köln bietet dem Waldhof die Chance auf einen guten Start. Viel hängt auch in der Rückrunde davon ab, ob Leistungsträger wie Dominik Martinovic (10 Tore/5 Vorlagen) und Kapitän Marcel Seegert in der Defensive ihr Leistungsniveau bestätigen.

Platz 5: 1. FC Saarbrücken (34 Punkte)

Auswärts hat Saarbrücken im Schnitt (1,77) bisher mehr Punkte geholt als zu Hause (1,63). Diese Stärke müssen sich die Saarländer gleich zu Nutze machen. In Osnabrück geht es am Samstag (14 Uhr) los, in Duisburg die Woche darauf weiter - und Ende Januar wartet auch noch das Gastspiel in Magdeburg. Der FCS darf sich keinen Winterschlaf erlauben, will er seinen Platz behaupten.

Die Elf von Uwe Koschinat überzeugte mit mannschaftlicher Geschlossenheit und konnte so auch den Verlust von Leistungsträger Nicklas Shipnoski im Sommer zumindest besser verkraften. Dass die Derbys gegen Mannheim (0:1) und Lautern (0:2) im Herbst gleich beide verloren gingen, drückte aber die Stimmung. Das sollte sich in der Rückrunde gegen die beiden direkten Konkurrenten nicht wiederholen. Die bevorstehende Rückkehr des lange verletzten Steven Zellner dürfte der Defensive zugutekommen.

Vor dem Neustart: Die Lage in der 3. Liga

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Platz 6: 1. FC Kaiserslautern (33 Punkte)

Bekanntermaßen soll der Sturm ja Spiele und die Abwehr Meisterschaften gewinnen. Bewahrheitet sich diese Fußballweisheit, können die Roten Teufel allmählich für die 2. Liga planen. Die Defensive um den überragenden Keeper Matheo Raab und die meist favorisierte Dreierkette um Senkrechtstarter Boris Tomiak war in der Hinrunde mit lediglich zwölf Gegentreffern aus 19 Spielen das Prunkstück des Traditionsvereins. Nur vier Mannschaften seit Gründung der 3. Liga 2008 kassierten in diesem Zeitraum noch weniger Tore - alle holten am Ende die Meisterschaft.

Nach dem Fehlstart haben sich die Pfälzer in einen Rausch gespielt und mit einer Siegesserie massiv Selbstvertrauen gesammelt. 27 Punkte sammelte der FCK seit dem 8. Spieltag: der Topwert der Liga. Ein kleines Manko gibt es aber in der Offensive. Dort sind die Alternativen zum Stammpersonal, insbesondere was Stoßstürmer Daniel Hanslik angeht, nicht gleichwertig. Lautern muss auch in der Rückrunde über das Kollektiv kommen. Sofern nicht noch auf dem Transfermarkt zugeschlagen wird...

Moritz Kreilinger

Von Batz bis Pfanne - die Dauerbrenner in der 3. Liga