Int. Fußball

Liverpool: Klopp wirbt für Premier-League-Reformen

Klopp über Premier-League-Reformen - und Ancelotti

"Wer die Idee nicht verstehen will, macht sie nieder"

Setzt sich für Veränderungen im Profifußball ein: Liverpool-Trainer Jürgen Klopp.

Setzt sich für Veränderungen im Profifußball ein: Liverpool-Trainer Jürgen Klopp. imago images

Wie FIFA und Premier League mit der ausgedehnten Länderspielphase umgegangen sind, hat Jürgen Klopp gar nicht gefallen. Doch jetzt, da seine Nationalspieler "alle gesund" zurückgekehrt sind, wollte Liverpools Trainer nicht noch einmal losschimpfen - "weil es immer so klingt, als würde ich jammern". Er könne es leider eh nicht ändern.

Dabei würde er es so gerne: Seit Jahren beklagt Klopp immer vehementer die zunehmende Belastung der Spitzenspieler. Gerade etwa müssen seine schon am Samstagmittag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) das Derby beim FC Everton bestreiten, obwohl einige von ihnen unter der Woche noch in Südamerika unterwegs waren.

Die Leute hinter "Big Picture" hätten den Fußball insgesamt im Blick, so Klopp

Ob das Projekt "Big Picture" daran mittelfristig etwas geändert hätte? Fakt ist, dass Klopp ein Fan des von Liverpool und Manchester United vorangetriebenen, inzwischen aber gescheiterten Konzepts war, auch wenn er nach eigener Aussage "nicht wirklich involviert", sondern lediglich "informiert" gewesen sei.

Während Kritiker den großen Klubs in England vorwarfen, mit dem Vorhaben die Macht in Englands Fußball an sich reißen zu wollen, hielt Klopp am Freitag dagegen, dass sich die Verantwortlichen "über den Fußball insgesamt Sorgen machen, nicht zwingend über Liverpool". Es gehe um die frühzeitige Lösung von Problemen, die auf den Fußball zukommen würden.

Was Klopp an dem Konzept gefällt, liegt wohl auf der Hand

"Wenn man die Idee dahinter verstehen will, ist es möglich, wenn nicht, macht man sie nieder", kritisierte Klopp die Kritiker. Trotzdem ist er "froh", dass endlich über derlei Themen gesprochen werde. Dafür "braucht es im Leben oft eine Krise", wenn auch "nicht unbedingt einen Virus".

Konkreter wollte Klopp seine Meinung nicht äußern. Dass er weder etwas gegen eine Abschaffung von Ligapokal und Community Shield noch gegen eine Verkleinerung der Premier League hätte, liegt aber auf der Hand; dass ein Klub wie Liverpool von den Plänen profitiert hätte, sowieso.

Klopp schwärmt von Ancelotti - Keita und Alisson fehlen

Kurzfristig muss sich Klopp ohnehin erst einmal um andere Probleme kümmern: Mit ausgelaugten Nationalspielern, ohne den angeschlagenen Naby Keita und weiterhin ohne seinen verletzten Torwart Alisson ("Er macht große Fortschritte, aber es gibt keinen Zeitplan") trifft Liverpool auf den Premier-League-Spitzenreiter aus der Nachbarschaft - und das mit einem 2:7 im Nacken, zu dem Klopp am Freitag erstaunlicherweise keine einzige Frage beantworten musste.

"Carlo ist ein sensationeller Trainer", lobte er dafür seinen Kollegen Ancelotti, der mit Everton bislang alle sieben Pflichtspiele der Saison gewonnen hat. "Es war immer klar: Wenn er die Zeit und Ressourcen bekommt, um etwas aufzubauen, dann wird er es tun." Das Team um James und Torjäger Dominic Calvert-Lewin sehe "sehr, sehr gut aus", so Klopp. "Ich würde gerne etwas anderes sagen, aber das ist unmöglich."

Dass die Reds seit exakt zehn Jahren nicht mehr gegen Everton verloren haben - damals war Everton 17., Liverpool 18. -, interessiert Klopp da wenig. Auch wenn sein Wunsch eindeutig ist: "Möge es noch lange so weitergehen!"

jpe