Bundesliga

Wen verliert Borussia Mönchengladbach noch außer Trainer Marco Rose?

Trainer finden, Spieler binden: Auf Eberl wartet Schwerstarbeit

Wen verliert Borussia Mönchengladbach noch außer Rose?

Wohin führt ihn sein Weg? Denis Zakaria.

Wohin führt ihn sein Weg? Denis Zakaria. imago images

Die Stimmung rund um den Borussia-Park ist aufgeheizt. An der Basis rumort es kräftig, und viele Fans würden am liebsten ohne Rose weitermachen, während die Borussia weiter mit dem 44-Jährigen plant; wie verkündet bis zum Saisonende. "Bis dahin", ließ Eberl am Montag in der Pressemitteilung verlauten, "werden wir mit Marco gemeinsam alle Kräfte mobilisieren, um unsere Ziele in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Champions League zu erreichen."

Wie genau das in der aktuellen Konstellation gelingen soll, vermutlich auch darüber werden Eberl und Rose auf der für Mittwochvormittag angesetzten, gemeinsamen Pressekonferenz sprechen. Eberl dürfte sich zudem zur Trainersuche äußern - da kursieren als mögliche Rose-Nachfolger weiterhin viele Namen, unter anderem Jesse Marsch (RB Salzburg), Adi Hütter (Eintracht Frankfurt), Florian Kohfeldt (Werder Bremen), Gerardo Seoane (YB Bern, war schon vor der Rose-Verpflichtung auf dem Gladbacher Radar) oder Erik ten Hag (Ajax Amsterdam), wobei die Borussen im Januar eine Kontaktaufnahme mit dem Niederländer dementierten.

"Verlängern oder Verkaufen" ist das Motto

Zweifelsohne warten auf Eberl arbeitsreiche Wochen. Denn nicht nur die Trainersuche beschäftigt Gladbachs Macher, sondern auch das spielende Personal. Man kann davon ausgehen: Einen zweiten Sommer ohne den Verkauf eines einzigen Stars wird es nicht geben.

Eberl kündigte zwar an, es sei "das große Ziel, den Kader so zusammenzuhalten", doch realistisch betrachtet wird dieses Vorhaben alleine schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht umzusetzen sein. Bei Denis Zakaria zum Beispiel sieht es schwer nach Abschied aus. Der Schweizer zählt wie Matthias Ginter und Nico Elvedi zu den Profis, deren Vertrag zur Jahresmitte 2022 ausläuft.

"Verlängern oder verkaufen" lautet in diesen Fällen Eberls Motto für den Sommer, um wenigstens noch einen Transfererlös zu erzielen, falls eine Verlängerung nicht klappt. Ginter wartet die Entwicklung ab, bevor er eine Entscheidung trifft. Bei Elvedi geht die Tendenz dahin, dass er sich längerfristig an die Fohlen bindet und einen neuen Vertrag unterschreibt. "Es werden uns sicherlich nicht alle drei verlassen", kündigte Eberl vergangene Woche in einem Interview mit der Rheinischen Post an.

Festgeschriebene Ablösen? Eberl ist entspannt

Ein Fragezeichen steht außerdem noch hinter der Zukunftsplanung von weiteren Leistungsträgern wie Florian Neuhaus, Marcus Thuram oder Alassane Plea, die teilweise Ausstiegsklauseln in ihren Verträgen haben. Interessenten für die Stars im Borussen-Kader gibt es genügend. Abzuwarten bleibt, wer dem Lockruf eines anderen Klubs folgt und sich wie Rose verabschiedet.

Eberls Trumpf: Die Ausstiegsklauseln wurden vor der Corona-Pandemie in den Verträgen verankert. Die Summen sind also entsprechend hoch. Bei Neuhaus etwa sollen es 40 Millionen Euro sein. Auch weil fraglich ist, wer in diesen Zeiten Summen in dieser Größenordnung überhaupt stemmen kann, sagt Eberl: "Ich bin gelassen und entspannt."

Jan Lustig

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