Bundesliga

Welche Fragen sich der FC Bayern im Fall Lewandowski stellt

Was Mané, Nagelsmann und die Saisonziele mit dem Polen zu tun haben

Welche Fragen sich der FC Bayern im Fall Lewandowski stellt

Bleibt er oder geht er? Robert Lewandowski.

Bleibt er oder geht er? Robert Lewandowski. IMAGO/Christian Schroedter

Geht er? Oder bleibt er? Seit der offiziellen Präsentation von Sadio Mané vergeht kaum ein Tag ohne irgendein Gerücht oder eine noch so kleine Entwicklung im Fall Lewandowski. Klar ist bislang nur: Der Pole will den FC Bayern in diesem Sommer unbedingt in Richtung Barcelona verlassen; und die Katalanen wollen den FIFA-Weltfußballer zwingend noch bis Ablauf der Transferperiode im September in die spanische La Liga holen.

Die Barrieren für diesen geplanten Wechsel sind: Lewandowski hat noch ein Jahr bis 2023 Vertrag beim deutschen Rekordmeister; und die von Barcelona angebotene Ablösesumme kommt noch nicht ansatzweise an die Vorstellungen der Münchner heran. Für die Bayern-Bosse stellen sich in dieser Causa mehrere Fragen.

Betriebsklima? Nagelsmann? Mané? Was das mit Lewandowski zu tun hat

Ist ein Lewandowski sportlich zu kompensieren? Wenn ja, wie? Was würde ein Verbleib des Polen für das Betriebsklima bedeuten? Welche Spieler in der Mannschaft könnten von einem Abschied profitieren? Würden sich Profis wie Kingsley Coman, Leroy Sané oder Serge Gnabry auf dem Feld freier fühlen? Nimmt man Thomas Müller die Effektivität, wenn Lewandowski geht? Ist die Kombination Lewandowski/Müller/Mané/Coman die stärkste Offensive Europas?

Könnte Trainer Julian Nagelsmann diese Konstellation mit dem Stürmer für eine weitere Saison erfolgreich moderieren? Ab wann rechnet sich ein Verkauf von Lewandowski gerade finanziell für den FC Bayern? Wären die sportlichen Ziele ohne Lewandowski in Gefahr? Inwiefern kann Neuzugang Sadio Mané eine mögliche Lücke schließen?

Mané kann im Sturm spielen, gewünscht ist aber eine echte Neun

Der Ex-Liverpooler kann die Position in der Sturmspitze ausfüllen, er ist gewiss als Notfall-Alternative eingeplant, aber der Senegalese wurde nicht als klassischer Lewandowski-Ersatz geholt. Die Entscheider beim FC Bayern bevorzugen die System-Variante mit einer echten Neun. Bleibt der Pole doch noch ein Jahr, wäre die Münchner Offensive gewiss mit das Beste, das es in Europa gibt. Und Müller hätte nach wie vor seinen Partner im Sturmzentrum, mit dem er in den vergangenen drei Saisons herausragend harmonierte.

Sollte Lewandowski nicht mehr das Bayern-Trikot tragen, müssten Sané, Gnabry und Coman mehr Verantwortung übernehmen. Sie wären dann aber auch losgelöst vom Fixpunkt eines jeden bayerischen Angriffs, der im Idealfall bei Lewandowski enden sollte und womöglich so manchem Spieler die Freiheit nahm. Allerdings ist es bei vielen europäischen Top-Teams so, dass die Offensive auf den Superstar ausgerichtet ist.

Alle weiteren Hintergründe zum Fall Lewandowski lesen Sie im aktuellen Montagskicker (und hier im eMagazine): Inwiefern Oliver Kahn seine "Basta"-Aussage relativiert hat, was ein Abgang von Lewandowski bedeuten und was ein Verbleib heißen würde.

Georg Holzner