3. Liga

Peter Hyballa nach Türkgücü-Sieg nur bedingt zufrieden

Münchner siegen gegen doppelt unterzählige Wiesbadener erst kurz vor Schluss

"Weiße-Schuhe-Spieler" und "Ulf-Bewegung": Hyballa nach Türkgücü-Sieg nur bedingt zufrieden

Wie immer sehr aktiv an der Seitenlinie: Türkgücüs Peter Hyballa dirigiert sein Team gegen Wehen Wiesbaden.

Wie immer sehr aktiv an der Seitenlinie: Türkgücüs Peter Hyballa dirigiert sein Team gegen Wehen Wiesbaden. imago images/Ulrich Wagner

Die Wiesbadener Auswärtsmannschaft war bei Türkgücüs 1:0-Sieg schnell dezimiert. Johannes Wurtz sah nach 22 Minuten Rot wegen eines Kopfstoßes, Keeper Florian Stritzel folgte ihm zwölf Minuten später vorzeitig in die Kabine. Doch die Münchner verpassten es, die zahlenmäßige Überlegenheit in Torchancen umzumünzen. "Bei der Korrektur in der Halbzeit", erklärte ein heiserer Peter Hyballa nach dem Spiel, "haben wir uns für ein 4-1-1-4 entschieden, wo einfach zwei Flügelspieler die weiße Linie küssen müssen, also Weiße-Schuhe-Spieler sind und dann immer wieder für neue Wellen sorgen."

Das klappte nur bedingt - erst nach einer Stunde hatte Sararer die erste Topchance auf dem Fuß. Es folgten zwei weitere gute Gelegenheiten, die Türpitz neben das Tor setzte. "Die Ulf-Bewegung haben wir nicht gut gemacht", kritisierte Hyballa die Stürmer, und erklärte: "Ich nenne das immer 'Ulf', weil früher Ulf Kirsten (einst Nationalstürmer und Torjäger bei Bayer Leverkusen, Anm. d. Red.) auf den ersten Pfosten gegangen ist."

"Dann ist es ja wie Handball"

Der Trainer fasste sich auch an die eigene Nase, habe er doch im zweiten Durchgang zu negativ gecoacht. "Torwart-Trainer Michi Hofmann war mein Live-Coach und hat gesagt: 'Trainer, weiter positiv bleiben', denn mit elf gegen neun ist es psychologisch auch für uns Druck. Weil wenn wir jetzt 0:0 spielen, dann lacht uns hier jeder aus", so Hyballa am Mikrofon von "MagentaSport".

Wiesbaden warf sich bis zum Schluss voll rein und verteidigte mit Mann und Maus. "Die spielen so Catenaccio-Pressing", analysierte der Coach, "das heißt, die haben wirklich nur 20 Meter vor dem Tor verteidigt. Und dann ist es ja wie Handball."

Letztendlich gelang Türpitz der erlösende Treffer in der 88. Minute, durch den Türkgücü direkt hinter Wiesbaden auf Rang zehn springt. "Der Rucksack ist entleert. Wir haben jetzt 18 Punkte", sagte Hyballa und bestätigte, dass der Dreier nach dem enttäuschenden 0:4 in Magdeburg vor der Länderspielpause enorm erleichternd wirkt. Nun reisen die Münchner zum zu Hause noch sieglosen Zweitliga-Absteiger Würzburg.

cpr

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