Bundesliga

Weiser: "Anfangs dachte ich: Hast du denn alles verlernt?"

Werder-Profi spricht vor Leverkusen-Rückkehr im kicker

Weiser: "Anfangs dachte ich: Hast du denn alles verlernt?"

Zu Besuch beim Ex-Klub: Mitchell Weiser und der SV Werder Bremen.

Zu Besuch beim Ex-Klub: Mitchell Weiser und der SV Werder Bremen. IMAGO/Nordphoto

Es ist das erste Einzel-Interview, das Mitchell Weiser gegeben hat, seitdem er ein Spieler des SV Werder Bremen ist. In der vergangenen Saison war er von Bayer Leverkusen, wo er sportlich keine Rolle mehr spielte, in die 2. Liga verliehen worden. Auch, weil bis zu diesem Zeitpunkt, dem letzten Tag der Transferperiode am 31. August 2021, kein anderer Verein Interesse an einer Verpflichtung signalisiert hatte. Selbst in diesem Sommer stellte sich die Situation "ähnlich" dar, wie Weiser in der kicker-Montagsausgabe ausführt: "Es war eigentlich wieder so, dass nur Werder mich wirklich haben wollte."

Weisers Selbstzweifel: "Das kannte ich nicht von mir"

Dabei hatte der rechte Außenbahnspieler gerade in der Rückrunde wesentlich dazu beigetragen, dass die Bremer Aufholjagd in der 2. Liga doch noch im direkten Bundesliga-Wiederaufstieg mündete. Gerade zu Beginn seiner Zeit bei Werder beschäftigten den deutschen U-21-Europameister von 2017 jedoch auch Selbstzweifel, die während der letzten eineinhalb Jahre in Leverkusen aufgekommen waren.

"Es gab ja nicht mehr viele Gelegenheiten, wo ich darüber nachdenken konnte, was ich überhaupt noch kann. Es war nur noch Training, gar keine Spiele mehr", berichtet Weiser: "Und als ich dann nach Bremen gekommen bin und es anfangs nicht so gut lief, dachte ich schon: Hast du denn alles verlernt? Das kannte ich eigentlich nicht von mir."

Nun kommt es zum Wiedersehen mit seinem Ex-Klub. Die Selbstzweifel sind längst beseitigt, in Bremen ist Weiser Stammspieler. Nach nahezu zwei Jahren ohne Bundesliga-Fußball will der im Sommer nach einigem Hin und Her vom Aufsteiger festverpflichtete Profi sich noch einmal beweisen - und denkt auch dabei an die schwierige Phase in Leverkusen zurück, als er quasi von der Bildfläche verschwunden schien. "In erster Linie genieße ich zwar die aktuelle Zeit mit Werder, aber ich habe auch im Hinterkopf, dass viele nicht mehr an mich geglaubt haben."

Die "besondere Situation" mit Werder

Er habe sich in Fußball-Deutschland seinerzeit "irgendwie nicht mehr komplett respektiert gefühlt", erklärt Weiser: "Weil einige Vereine offenbar nicht mehr so überzeugt von mir waren. Man hat Absagen bekommen und es wurden lieber andere Spieler geholt." Inzwischen, nach holprigem Beginn in Bremen, fühlt sich die persönliche wie gemeinsame Entwicklung für ihn "nach einer Steigung an".

Der 145-fache Bundesliga-Profi spricht von einer "besonderen Situation: mit der Stadt, dem Aufstieg im Rücken und wie wir in die neue Saison reingekommen sind. Dass immer noch eine gewisse Euphorie bei uns herrscht, sieht man ja auch daran, wie wir spielen - sehr leidenschaftlich", so Weiser: "Und genau diese Leidenschaft im Fußball kann mir nichts anderes geben."

Im kicker-Interview der Montagsausgabe (schon am Sonntagabend digital abrufbar als eMagazine) spricht Mitchell Weiser zudem über Chancen und Ehrlichkeit, Berater und Gehaltseinbußen, Highlights und eine Last - sowie über Corona und das Impfen.

Tim Lüddecke

Wer wie oft Bundesliga-Tabellenführer war