2. Bundesliga

Weinzierls Ziel: "Ein einfacher Plan aus 14.000 Informationen in 24 Stunden"

Der neue Club-Cheftrainer bekommt nach seiner ersten Einheit einen "sehr, sehr angenehmen Eindruck"

Weinzierls Ziel: "Ein einfacher Plan aus 14.000 Informationen in 24 Stunden"

Hat einen klaren, leicht zu verstehenden Plan: Der neue Nürnberger Trainer Markus Weinzierl.

Hat einen klaren, leicht zu verstehenden Plan: Der neue Nürnberger Trainer Markus Weinzierl. IMAGO/Zink

Doch der Reihe nach: Auf dem Weg nach Italien ereilte ihn am Sonntag der Anruf von FCN-Sportvorstand Dieter Hecking mit der Frage, ob er sich vorstellen könne, den Club zu übernehmen. Während er bejahte, bremste er bereits und kehrte um. Tags darauf saß er mit dem FCN-Sportvorstand und dem Sportdirektor Olaf Rebbe zusammen und einigte sich mit ihnen auf die Zusammenarbeit.

"Er war unser Top-Kandidat, er war auch der einzige, den wir kontaktierten. Dass gleich der erste Anruf zum Ziel führte, ist natürlich sehr erfreulich gewesen. Es war wichtig, kein Vakuum entstehen zu lassen", so Hecking, dem es sehr wichtig war, so schnell wie möglich einen Nachfolger für Robert Klauß zu finden - ohne dabei einen Schnellschuss zu tätigen.

Und so leitete Weinzierl am Dienstagvormittag seine erste Einheit, das individuelle Auslaufen nach dem sonntäglichen 0:3-Desaster in Karlsruhe. Sein erster Eindruck: "Sehr, sehr angenehm", so der 47-Jährige, nachdem er viele, viele Einzelgespräche geführt hatte. Dass sich die Spieler selbstkritisch gaben und sehr unzufrieden mit der sportlichen Situation sind, hörte er wenig überraschend deutlich heraus - aber auch den Willen, etwas daran zu ändern.

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Weinzierl übernimmt Klauß' Trainerstab

"Dass sie besser können, und dass sie auch wollen, steht außer Frage", betont Weinzierl, der zunächst mit dem vorgefundenen Trainerstab arbeiten wird, also mit den Co-Trainern Frank Steinmetz und Ersan Parlatan, der erst unlängst als Wunsch-Kandidat von Klauß verpflichtet worden war. Ob Weinzierl selbst einen Co-Trainer seines Vertrauens dazu holen will, lässt er vorerst offen.

Was den Club-Kader an sich und dessen Zusammenstellung anbelangt, wollte und konnte er aufgrund der Kürze der Zeit nicht ins Detail gehen. Da er ihn aber sehr wohl kennt, gab er zumindest ein allgemeines Urteil ab: "Er ist gut, keine Frage." Und er sieht auch eine Menge an individueller Klasse, auf "die wir uns aber nicht verlassen dürfen".

Mit Blickrichtung auf die Heimpartie gegen Kiel am Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) legt er einen klaren Fokus auf Disziplin, er selbst will der Mannschaft einen "klaren, einfach zu verstehenden Plan" mit auf den Rasen geben. Wie der genau aussieht? "Ich habe in 24 Stunden 14.000 Infos erhalten, die muss ich jetzt erst mal kanalisieren", so Weinzierl.

Ich hatte immer einen guten Draht zu meinen Spielern.

Markus Weinzierl

Die generelle Marschroute benannte der gebürtige Niederbayer bei seiner offiziellen Präsentation indes bereits: "Hinten muss die Null stehen, wir müssen versuchen, Kiel möglichst weit von unserem Strafraum wegzuhalten - um dann vorne selbst gefährlich zu werden." Ob er dies der Mannschaft vermitteln kann, das Kernproblem seines Vorgängers, darüber macht er sich gar keine Gedanken: "Ich hatte immer einen guten Draht zu meinen Spielern."

Dies war in den vergangenen Jahren ausschließlich in der Bundesliga der Fall, dass er nun eine Liga tiefer arbeitet, sieht er nicht als Rückschritt an. "Im Gegenteil, es ist sehr, sehr geil, jetzt das Wappen des 1. FCN auf der Brust tragen zu dürfen", betonte er, der in der vergangenen Saison den FCA unter sehr kniffligen Bedingungen in der Bundesliga erneut zum Klassenerhalt führte, um dann wegen Differenzen mit dem Augsburger Sportchef Stefan Reuter überraschend zurückzutreten.

"Wenn du Augsburg kannst, dann ist das doch schon mal sehr viel"

Schalke 04 und der VfB Stuttgart waren neben Augsburg weitere Station in der Erstklassigkeit - der Erfolg blieb dort im Gegensatz zu den bayerischen Schwaben aus. Die daraus resultierende, mit einem Augenzwinkern versehene Frage, ob der denn nur Augsburg können würde, beantwortete er ebenfalls mit einem Augenzwinkern: "Wenn du Augsburg kannst, dann ist das doch schon mal sehr viel".

Und genau deswegen sind die Verantwortlichen des FCN sehr zuversichtlich, dass er ihr laut Hecking "schlingerndes Schiff auf hoher See" wieder stabil in ruhiges Fahrwasser bekommt.

Chris Biechele

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