Bundesliga

Weinzierls bitteres Debüt

Augsburg: FCA scheitert an der ungewohnten Favoritenrolle

Weinzierls bitteres Debüt

"Wir dürfen jetzt nicht unruhig werden: Augsburgs Trainer Markus Weinzierl.

"Wir dürfen jetzt nicht unruhig werden: Augsburgs Trainer Markus Weinzierl. picture alliance

Die ungewohnte Favoritenrolle: Je länger das Spiel dauerte und der erlösende Führungstreffer auf sich warten ließ, um so mehr schien der FCA zu verkrampfen. Die Mannschaft habe "die Drucksituation gespürt", bestätigt Weinzierl, "das war vom Kopf her eine andere Situation, jeder hat einen Sieg erwartet. Wir auch." Die Hoffnung auf Besserung liefert Sebastian Langkamp: "Es wird nicht so oft vorkommen, dass wir das Spiel machen müssen."

Geringe Effizienz: "Große Mannschaften nutzen ihre Chance und entscheiden das Spiel", sagt Simon Jentzsch, der FCA ließ das vermeintliche 1:0 aus, weil sich Sio und Musona gegenseitig irritierten (59.). "Wenn wir den machen, gewinnen wir das Spiel", ist sich auch Weinzierl sicher. Statt dessen vergab später Bancé auch noch die Chance zum 1:1 (72.).

Zu wenig Druck: Das extreme Forechecking, mit dem Augsburg nach der Winterpause praktizierte, war nur fragmentarisch zu erkennen. Offensichtlich stimmen die Abläufe und Absprachen mit den Neuen noch nicht hundertprozentig.

Die Präzision: Oft wurde eine deutlich bessere Ausgangsposition mit schlampigen Pässen oder Ballannahmen verspielt.

Die Kondition: Dass Ja-Cheol Koo nach seiner Olympia-Odyssee in der Schlussphase nachlassen würde, war zu erwarten. Aber auch Aristide Bancé baute sichtlich ab und ließ die nötige Wucht und Dynamik in seinem Spiel vermissen. "Er hat läuferisch sicher nicht die Topwerte und noch Nachholbedarf", bestätigt Weinzierl, "aber lange Wege sind nicht seine Stärke, ihm haben auch adäquate Zuspiele gefehlt."

Unterm Strich zu wenig, um die durchaus vorhandenen Feldvorteile zielführend zu nutzen. "Uns hat auch vergangene Saison stark gemacht, dass wir aus unseren Fehlern gelernt haben", erklärt Jentzsch. Das wird erneut nötig sein. "Wir werden die Fehler analysieren und abstellen", verspricht Kapitän Paul Verhaegh. "Wir dürfen jetzt nicht unruhig werden", empfiehlt Weinzierl, "wir wissen jetzt, dass wir die gleichen Tugenden abrufen müssen wie im vorigen Jahr und dass wir ab jetzt wieder in der Außenseiterrolle sind." Ob's hilft, wird kommenden Samstag (15.30 Uhr) auf Schalke zu sehen sein.