Bundesliga

Weinzierl: "Potenzial ist trügerisch."

Augsburgs Trainer sieht keine Notwendigkeit für Verstärkungen

Weinzierl: "Potenzial ist trügerisch. Das will ich nicht hören"

"Ich gehe davon aus, dass wir die Qualität haben, in der Liga zu bleiben": Markus Weinzierl (re.).

"Ich gehe davon aus, dass wir die Qualität haben, in der Liga zu bleiben": Markus Weinzierl (re.). imago images/Kirchner-Media

Schon länger fokussieren sich die Augsburger auf junge und entwicklungsfähige Spieler, nicht erst mit der Verpflichtung von Ricardo Pepi wurde dieser Weg eingeschlagen. Lässt man den 34-jährigen Oldie Rafal Gikiewicz im Tor außen vor, hat in der Augsburger Bundesliga-Geschichte nie eine jüngere Startelf auf dem Rasen gestanden als im letzten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. Auf ein Durchschnittsalter von 24,21 Jahren kamen die zehn Feldspieler. "Das ist der Weg des Vereins, den gehen wir konsequent. Wenn du junge Spieler förderst, ist es auch völlig normal, dass es Höhen und Tiefen gibt und dass Spieler mal Fehler machen beziehungsweise nicht immer die Leistung auf dem Platz zeigen", warb Weinzierl um Verständnis.

Ich glaube schon, dass wir dem Druck gewachsen sind.

Markus Weinzierl

Dennoch sieht der Coach sein Team für die kommenden Monate im Abstiegskampf gut aufgestellt. "Ich glaube schon, dass wir dem Druck gewachsen sind. Vor allem haben wir auch erfahrene Spieler. Jeder muss dann seine Stärke einbringen, beim einen ist es die jugendliche Frische, beim anderen die Erfahrung. Wir müssen als Team funktionieren, da ist es mir im Endeffekt egal, ob die Spieler jung oder alt sind", erläuterte der 47-Jährige in einer Gesprächsrunde am Mittwoch. Weitere Verstärkungen auf dem in fünf Tagen schließenden Transfermarkt hält er nicht für zwingend notwendig. "Ich bin da der falsche Ansprechpartner", verwies Weinzierl zunächst auf Sportchef Stefan Reuter, ehe er doch ergänzte: "Ich gehe davon aus, dass nichts mehr passiert und wir die Qualität haben, in der Liga zu bleiben."

Test gegen Regensburg

Nach dem jüngsten Debakel in Leverkusen nutzen die Fuggerstädter die Länderspielpause am Donnerstag (14 Uhr) für ein Testspiel gegen Jahn Regensburg, bei dem Weinzierl bis auf die Nationalspieler auf Reisen - Ricardo Pepi (USA) und Carlos Gruezo (Ecuador) - und die angeschlagenen Linksverteidiger Iago und Mads Pedersen auf den gesamten Kader der letzten Wochen zurückgreifen kann.

Individuelle Fehler abstellen: Das ist nicht nur morgen, sondern insbesondere in den kommenden Wochen das Credo in Augsburg. Denn ein grundsätzliches Problem, was sein Spielsystem angeht, sieht Weinzierl nicht. "Wir haben es zuletzt individuell schlecht gemacht. Daran müssen wir arbeiten und deswegen werde ich alles andere tun, wie alles über den Haufen zu werfen. Wir werden konsequent weiterarbeiten", kündigte Weinzierl an.

Das Potential im Kader ist "trügerisch"

Auf dem Papier steckt im Kader ja auch deutlich mehr Leistungsvermögen, als dieser zuletzt preisgab. Das ist für den Chefcoach aber so eine Sache. "Das ist trügerisch. Das mit dem Potential will ich eigentlich nicht mehr hören. Unsere Gegner haben zum Teil noch mehr Potential als wir. Es geht darum, dass die Mentalität auch immer wieder die Qualität schlägt. Wenn du aber nicht bei 100 Prozent bist, kannst du so viel Qualität haben, wie du möchtest...", betonte Weinzierl. In den kommenden Wochen sollte sich sein Team genau das vergegenwärtigen. Denn die kommenden Gegner (Union, Mönchengladbach, Freiburg und Dortmund) sind in puncto Potenzial in anderen Dimensionen angesiedelt. Allzu viel Zeit sollte sich der Tabellen-16. nach fünf sieglosen Spielen in Serie aber nicht mehr bis zum nächsten Dreier lassen. 

Moritz Kreilinger

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