Tennis

Weil Tsitsipas abrutscht: Top Ten im Tennis ohne einhändige Rückhand

Beidhändige Variante dominiert

Weil Tsitsipas abrutscht: Top Ten im Tennis ohne einhändige Rückhand

Einer der Letzten seiner Art: Stefanos Tsitsipas bei einer einhändigen Rückhand.

Einer der Letzten seiner Art: Stefanos Tsitsipas bei einer einhändigen Rückhand. IMAGO/One Inch Productions

Denn in dem am Montag neu veröffentlichtem Ranking rutschte Stefanos Tsitsipas aus den Top Ten heraus und ist nun nur noch Elfter bei den Männern. Der Grieche war der letzte Top-Ten-Profi, der eine einhändige Rückhand spielt.  Nun rückte Alex de Minaur dank seiner Final-Teilnahmen beim ATP-Turnier in Rotterdam in die Top Ten vor - und der Australier spielt eine doppelhändige Rückhand.

Wie die neun anderen aktuellen Top-Ten-Spieler auch. Damit endet eine Ära im Tennis, was zu Beginn der Weltrangliste wohl niemand für möglich gehalten hätte. Denn bei deren Einführung im Jahr 1973 dominierten Spieler mit einer einhändigen Rückhand das Tableau. Neun der besten zehn Spieler auf der Welt griffen ihr Racket bei der Rückhand nur mit einer Hand. Die einzige Ausnahme bildete damals Jimmy Connors, der als einziger bei der Rückhand beide Hände benutzte.

Deutsche Tennis-Ikonen Becker und Graf spielten einhändige Variante

Die einhändige Rückhand war aber die klassische Variante, sie wurde oft als ästhetischere, elegantere Rückhand gepriesen. Viele große Stars, unter anderem der langjährige Dominator Roger Federer (Schweiz) sowie die beiden deutschen Tennis-Ikonen Boris Becker und Steffi Graf, spielten eine einhändige Rückhand. Legendär der sogenannte "Becker-Hecht", bei dem sich Becker mit letztem Einsatz und ausgestrecktem Rückhand-Arm in die Flugbahn des Balles warf - doppelhändig wäre dieses gewagte Stilmittel kaum möglich gewesen. 

Nur einhändig möglich: Boris Becker im Jahr 1990 beim "Becker-Hecht"

Nur einhändig möglich: Boris Becker im Jahr 1990 beim "Becker-Hecht". picture-alliance / Augenklick/ Foto Rauchensteiner

Am Netz wird aber ohnehin im Profi-Bereich fast ausschließlich die einhändige Rückhand beim Volley gespielt, da das Umgreifen für eine beidhändige Rückhand viel zu viel Zeit kosten würde und wenig erfolgversprechend ist. Ganz anders sieht es da an der Grundlinie aus, wo sich im Laufe der Zeit immer mehr die doppelhändige Rückhand durchsetzte. Bei den Frauen galt Chris Evert aus den USA in den 70er- und 80er-Jahren als Vorreiterin. Bei den Herren folgte Björn Borg auf Connors, auch Andre Agassi spielte in den 90er-Jahren eine beidhändige Rückhand. Die auch Rafael Nadal und Grand-Slam-Rekordchampion Novak Djokovic spielen.

Und auch bei den Frauen dominieren die Nachfolgerinnen von Evert & Co. Denn in der WTA-Rangliste ist die einhändige Rückhand bereits seit einiger Zeit nicht mehr vertreten.

Die Vorteile der beidhändigen Rückhand liegen auf der Hand: Der Schlag ist besser zu kontrollieren, die Ausholbewegung kann kürzer gehalten werden. Zudem fällt auch das Blocken leichter, was besonders beim Return zum Tragen kommt. Den Nachteil der geringeren Reichweite gleichen die Spieler und Spielerinnen mit einer besseren Beinarbeit aus.

jer

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