Bundesliga

Weigl gewährt Einblick: "Diese Woche fühlt sich beschissen an"

Gladbacher Gefühlswelt nach drei Enttäuschungen

Weigl gewährt Einblick: "Diese Woche fühlt sich beschissen an"

Hat mit einem Fehlpass ein Frankfurter Tor begünstigt: Gladbachs Sechser Julian Weigl.

Hat mit einem Fehlpass ein Frankfurter Tor begünstigt: Gladbachs Sechser Julian Weigl. IMAGO/Revierfoto

Von Freude erfüllt war Julian Weigls Gesicht nach dem verdienten 1:3 im Bundesliga-Nachbarschaftsduell zwischen Gladbach und Frankfurt nicht - aus gutem Grund. Denn nach dieser Heimniederlage sind die beiden Traditionsklub keine Nachbarn mehr: Die Fohlen sind vorerst auf Rang 9 abgerutscht, während sich die Hessen immer weiter ganz oben ranschieben (Platz 4 etwa vor dem BVB).

Das Resultat ärgerte Weigl dabei nicht am meisten. Vielmehr mäkelte der im Sommer von Benfica Lissabon gekommene Ex-Dortmunder an der Art und Weise, die eben vor allem zum klaren 0:3-Pausenrückstand geführt hatte. Zu wenig Durchschlagskraft nach vorn, zu wenig Biss in der eigenen Abwehr und reichlich Fehler im eigenen Aufbau - auch von ihm selbst.

"Wir haben sie einfach eingeladen"

"Wir haben sie ein Stück weit eingeladen - und sie haben eiskalt alle unsere Fehler ausgenutzt", so Weigl zu Beginn seiner Analyse bei "Sky". "Auch von mir beim dritten Gegentor. Das war ein Missverständnis zwischen mir und Plea." Hier hatte der 27-Jährige mit einem zentralen Fehlpass den schnellen Gegenzug zum 0:3 überhaupt erst ermöglicht. Und diese Fehler seien zusammengerechnet einfach ein großer Schlüssel zur Niederlage gewesen - auch wenn "Frankfurt auch eine Top-Mannschaft ist, das haben wir heute gesehen - auch wenn das 3:0 zur Pause sicher ein Stück weit zu hoch war", so Weigl weiter. "Wir haben sie einfach eingeladen, wir hätten sauberer sein müssen."

Der erneut auf der Zehn aufgestellte Christoph Kramer rechnete derweil vor, dass vor allem "das Ergebnis nicht passt". Trotzdem fand er, "dass unser Spiel recht ordentlich war. Doch ein Tor im Fußball hat eben großen Einfluss auf das Spiel, auf das Momentum. Das ist einfach so, auch wenn das keiner hören will - am Ende kommt es auf Glück und Momentum an." Und das lag an diesem Abend eher auf Seiten der Hessen, was auch Weigl nochmals mit einem Beispiel benannte und dabei auf die lange Unterbrechung mit einer kaputten und abmontierten Kamera über dem Spielfeld zu tun hatte: "Es war ein bisschen unglücklich, dass wir dann noch das Anschlusstor (durch Marcus Thuram in der 72. Minute; Anm. d. Red.) machen, das Stadion bebt - und das Spiel dann unterbrochen ist für längere Zeit."

"Es sind verschiedene Dinge schief gelaufen"

Nach Ausreden wollten die Borussia-Spieler Weigl und Kramer dabei aber nicht suchen, was Letzterer unterstrich. Der Weltmeister von 2014, der auf jeder Position gern spielt ("Hauptsache, ich spiele und kann der Mannschaft helfen"), merkte vielmehr noch an, dass Frankfurt gerade stark drauf ist: "Ja, die sind gut, sie spielen Champions League - das ist kein Geheimnis. Sie haben voll Momentum, trotz der englischen Woche sind sie enorm spritzig. Sie haben zudem enorm an Qualität hinzugewonnen." Das sei alles in allem schon stark.

Weigl zog derweil zum Abschluss noch den Bogen nach einer sportlich überschaubaren Woche mit dem verspielten 2:1 in Wolfsburg, dem Pokal-Aus bei Zweitligist Darmstadt und dem verlorenen Spiel an diesem Samstag. "Natürlich fühlt sich die Woche jetzt beschissen an", so Weigl. "Es ist nicht groß etwas verloren gegangen, es sind einfach verschiedene Dinge schief gelaufen - und gerade heute wurden wir da für jeden Fehler eiskalt bestraft."

mag

Bilder zur Partie Bor. Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt