Bundesliga

Weidenfeller führt die Tiefstapel-AG an

Dortmund: Mannschaft der Superlative

Weidenfeller führt die Tiefstapel-AG an

Die Bilder ähneln sich allmählich: Nach 90 Minuten Fußball feiert (fast) immer der BVB.

Die Bilder ähneln sich allmählich: Nach 90 Minuten Fußball feiert (fast) immer der BVB. imago

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (51) will davon nach dem für seinen Klub perfekten Wochenende weiterhin überhaupt nichts wissen: "Wir tun uns einen großen Gefallen, wenn wir an nichts anderes als an den Hamburger SV am nächsten Freitag denken."

Watzkes Appell folgend, mag auch Kapitän Roman Weidenfeller (30) seiner Mannschaft bisher nur eine "tolle Saison, nicht mehr und nicht weniger" bescheinigen. Aber jetzt Titelansprüche anmelden? Den Hut offiziell in den Ring werfen? Kommt nicht in Frage. Damit will sich Weidenfeller, Ballfänger und gut gelaunter Scherzkeks in Personalunion, erst beschäftigen, "wenn wir vor dem letzten Spieltag zwölf Punkte Vorsprung haben."

Zwölf Punkte, wie jetzt auf Rekord-Champion FC Bayern, der derzeit schon ein Fernglas bemühen muss, um zu erkennen, wie überlegen diese Highspeed-Borussia derzeit ihre Kreise zieht. Anstalten, sich von ihrem Kurs abbringen zu lassen, macht sie auch nach der achten englischen Woche und dem 19. Pflichtspiel nicht. Ihre "große Gier", die Jürgen Klopp (43) stets als wichtigstes Antriebsmoment herausstreicht, befeuert sie weiter.

Dortmund ist und bleibt die Mannschaft der Superlative: Der BVB ist seit zehn Spielen ohne Niederlage (neun Siege, ein Unentschieden), schießt die meisten Tore (27), kassiert die wenigsten (7), arbeitet die meisten Chancen heraus (103), stellt das torgefährlichste Mittelfeld der Liga (17 Treffer, dazu 20 Assists) und kann jederzeit Top-Qualität von der Bank nachschießen: In Hannover bejubelte die Borussia schon die Jokertore vier und fünf in der laufenden Serie (Lewandowski, Blaszczykowski).

Sahin bleibt Elfmeterschütze

Für Shinji Kagawa (21) endete in der AWD-Arena eine 690 Minuten dauernde Flaute. "Davon habe ich mich nicht verrücktmachen lassen", sagte der Turbo-Japaner. Zuletzt war ihm am 25. September (3:1) in St. Pauli eine Torbeteiligung geglückt. In Hannover beherzigte er schon in der Anfangsphase den Verbesserungsvorschlag, den Klopp nach dem mageren 0:0 in Paris gemacht hatte - wieder "mehr Mut zum Schuss" zu haben. Den hatte Kagawa. Flach traf er ins Netz, wo auch Nuri Sahin (22) zwölf Minuten vor dem Ende seinen Elfmeter gerne versenkt hätte. Er scheiterte am Torhüter, was allein keine besondere Beachtung finden würde, wenn ihm dieses Missgeschick nicht schon vor zwei Wochen gegen Hoffenheim (1:1) passiert wäre. Sahin ärgerte sich grün und schwarz, wird aber wohl auch beim nächsten Elfmeter-Pfiff zugunsten des BVB zur Ausführung schreiten.

In dieser Hinsicht hat ihm Klopp erst kürzlich einen Blankoscheck ausgestellt: "So lange ich Trainer in Dortmund bin, schießt er." Potenzielle Alternativ-Kandidaten (Barrios, Lewandowski) hatten zuletzt in Offenbach (Pokal, 2:4) kein größeres Geschick als Sahin bewiesen.