Bundesliga

Weghorst: "Aytekin kann auch was einstecken"

Wolfsburgs Stürmer wünscht sich mehr Persönlichkeiten unter den Referees

Weghorst: "Aytekin kann auch was einstecken"

Wolfsburgs Stürmer Wout Weghorst (re.) hält Schiedsrichter Deniz Aytekin für eine starke Persönlichkeit.

Wolfsburgs Stürmer Wout Weghorst (re.) hält Schiedsrichter Deniz Aytekin für eine starke Persönlichkeit. Getty Images

Viele hatten darauf spekuliert, dass Oliver Glasner seine beiden Torjäger von Beginn an stürmen lässt. Der Coach der Wolfburger entschied sich beim 1:1-Unentschieden gegen Fortuna Düsseldorf jedoch dazu, zunächst Daniel Ginczek und in der zweiten Hälfte Wout Weghorst getrennt voneinander loszulassen. Die Reservistenrolle, ein ungewohntes Gefühl für den Niederländer, der zuletzt in Paderborn (4:2) wegen einer Oberschenkelzerrung ausgefallen war. Reichte es noch nicht für die Startelf? "Ich war fit", sagt Weghorst im Gespräch mit dem kicker. "Der Trainer hat mir den Grund erklärt, aber ich hätte gerne von Anfang an gespielt."

Weghorst ist fit für die kommenden Aufgaben

Die Verletzung habe ihn nicht mehr behindert. "Es war eine deutliche Zerrung, aber ich habe mich schnell erholt." Jedoch wollte "der Trainer kein Risiko eingehen". So erklärt es auch Glasner selbst: "Wenn er 60, 70 Minuten auf dem Platz gestanden hätte, wäre es zu gefährlich gewesen. Wir wollten unter keinen Umständen eine Muskelverletzung riskieren. Er hatte nur eine gesamte Einheit mit der Mannschaft absolviert. Beginnend mit Hoffenheim haben wir fünf Spiele in zwei Wochen, da will ich mit einem fitten Wout Weghorst reingehen." Im Gastspiel bei der TSG am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) dürfte der 27-Jährige in die Startelf zurückkehren: "Ich hoffe", erklärt Weghorst, "dass ich das nächste Mal wieder von Anfang an spiele."

Spielersteckbrief Weghorst
Weghorst

Weghorst Wout

VfL Wolfsburg - Vereinsdaten
VfL Wolfsburg

Gründungsdatum

12.09.1945

Vereinsfarben

Grün-Weiß

Weghorst ist alleine wegen seiner Mentalität eigentlich unersetzlich für die Wolfsburger. Der Angreifer, mit sieben Toren bislang erfolgreichster VfL-Schütze, ist durch seine Laufstärke und seinen großen Willen der erste Verteidiger seiner Mannschaft. Und im Eifer des Gefechts nicht selten auch im intensiven Austausch mit den Schiedsrichtern. Was jedoch angesichts der Anweisung, gegen reklamierende Spieler strenger durchzugreifen, schwieriger geworden sei. "Wir können leider nicht mehr so viel sagen zu den Schiris", erzählt Weghorst, der sich gegen Düsseldorf auch kurzzeitig mit Referee Tobias Stieler auseinandersetzte. "Er hat mir gesagt, dass ich ihn nicht anschreien muss."

Souveräneres Miteinander erwünscht

Was Weghorst stört: "Es sind wenige Schiris, die mal auf dich reagieren. Wenn ich zwei-, dreimal was sage und das Gefühl habe, ich schreie in die Luft, dann werde ich mal böse. Und dann weißt du, was die Folge ist, wie sie reagieren, damit muss man auch als Spieler clever umgehen." Der Stürmer wünscht sich ein souveräneres Miteinander, auch wenn es mal grob wird: "Fußball ist auch Emotion und Leidenschaft. Wenn du zu weit gehst, dann muss es bestraft werden. Aber man muss es auch nicht übertreiben."

Vorzeigebeispiel Aytekin

Ein gutes Beispiel für ein konstruktives Miteinander sei Deniz Aytekin, sagt Weghorst, der sich von dem 41-jährigen FIFA-Referee in dieser Saison auch schon einiges anhören musste. In der ARD-Dokumentation "Karten, Pfiffe, fette Bässe" über Aytekin ist beim Wolfsburger Hinrundenspiel in Leipzig (1:1) dessen Kommunikation mit Weghorst zu verstehen.

In meinen Augen fehlen heutzutage diese Persönlichkeiten.

Wout Weghorst über Referee Deniz Aytekin.

"Was willst du von mir, geh weg hier", schimpft Aytekin in Richtung des Niederländers - kurze Zeit später gibt es ein freundschaftliches Abklatschen der Streithähne. "Aytekin", sagt Weghorst, "ist einer, der es richtig gut macht. Dann sage ich auch: Entschuldigung, da hast du recht gehabt. Nächstes Mal mache ich es ein bisschen weniger. So habe ich das gerne." Und die drastischen Worte gegen ihn? "Er ist der Schiri, er muss das Spiel im Griff haben, da kann er auch mal gegen mich was sagen. Er ist aber auch einer, der was einstecken kann. In meinen Augen fehlen heutzutage diese Persönlichkeiten."

Lesen Sie in der Montagausgabe des kicker den großen Schiedsrichter-Report rund um die neue Schärfe der deutschen Referees. Deniz Aytekin spricht dabei im Interview über die neue Linie, den Fall Plea und seine Art zu pfeifen.

Thomas Hiete