2. Bundesliga

Wegen Zieler: Spieler-Bündnis attackiert 96-Boss Kind

Nach respektlosen Äußerungen über den Torhüter

Wegen Zieler: Spieler-Bündnis attackiert 96-Boss Kind

Martin Kind ist Boss von Hannover 96.

Wird Respektlosigkeit vorgeworfen: Hannovers Boss Martin Kind. imago images

96-Boss Martin Kind hatte über den beim Zweitligisten sportlich in Ungnade gefallenen Schlussmann Zieler gesagt: "Bei uns wird er keine Chance mehr haben. Wir hätten ihn gar nicht verpflichten dürfen damals." Noch ein Jahr zuvor hatte sich Kind glücklich gezeigt, mit dem ehemaligen Nationalkeeper "auf der Torhüterposition top besetzt" zu sein. Dass er Zieler jetzt als nutzlos abstempelte, bringt ihm heftige Kritik ein - obwohl er ein Stück weit zurückruderte ("Ich hätte es sensibler formulieren können").

Das neue Spieler-Bündnis, das sich im Juni mit Mats Hummels, Neven Subotic, Andreas Luthe, Sven Bender oder Nationalspielerinnen wie Alexandra Popp und Almuth Schult vorstellte, meldet sich nun mit einer Stellungnahme, die der kicker im Wortlaut veröffentlicht:

"Ich bin tief betroffen", sagte Martin Kind vor einiger Zeit in Erinnerung an den Selbstmord von Robert Enke, um dann jetzt Ron-Robert Zieler öffentlich zu diskreditieren. Ohne ein Mindestmaß an Anstand, Respekt und Professionalität, insbesondere gegenüber einem ehemaligen Nationalspieler und Weltmeister. Im Nachgang kam dann noch die allzu gängige Begründung "Als Profi müsse man das hinnehmen", die einen zwangsläufig zur Frage bringt, ob nicht ein Mindestmaß an sportlichen Grundwerten vonnöten wäre.

Ron-Robert Zieler (Mitte) und Martin Kind (rechts) kennen sich seit einigen Jahren.

Ron-Robert Zieler (Mitte) und Martin Kind (rechts) kennen sich seit einigen Jahren. imago images

Wir als Bündnis-Spieler stehen dazu und setzen uns dafür ein. Polemik und Respektlosigkeit gehören nicht zum Fußball. Auch nicht vor dem Hintergrund, dass die Spieler zuletzt ein erhöhtes Verletzungsrisiko eingegangen sind, auf Gehälter verzichtet haben und damit die finanzielle Grundlage für das Fortbestehen des einen oder anderen Vereins gelegt haben.

Das neu entstandene Spieler-Bündnis, das inzwischen mehr als 460 Spieler und Spielerinnen aus der 1, 2., 3. und Frauen-Bundesliga vertritt, besitzt da eine klare Haltung:

"Der Umgang zwischen Verein und Spieler sollte auch bei sportlichen Differenzen immer respektvoll und wertschätzend sein. Natürlich kann sich ein Funktionär zu sportlichen Einschätzungen äußern. Sachlich und intern. Aber nicht respektlos über die Medien."

Das Spieler-Bündnis hat sich zur Aufgabe gemacht, Spieler und Spielerinnen zu vertreten, wenn es um die übermäßige Belastung des infolge Corona dicht gedrängten Spielkalenders geht, aber auch bei gesellschaftlichen Themen wie Rassismus oder Mobbing.

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Thomas Hennecke

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