2. Bundesliga

Würzburgs schonungslose Analyse nach dem 0:4 beim FC St. Pauli

"Peinlicher" Auswärtsauftritt bei St. Pauli

"Weder zweitliga- noch drittligareif": Würzburgs schonungslose Analyse

"Kollektives Versagen" am Millerntor: Für die Würzburger Kickers wird es im Abstiegskampf eng.

"Kollektives Versagen" am Millerntor: Für die Würzburger Kickers wird es im Abstiegskampf eng. imago images

Trotz der Aufregung nach dem 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg hatten die Würzburger im Abstiegskampf nach vier Punkten aus zwei Spielen zuletzt wieder neue Hoffnung geschöpft - und sich auch für den Auftritt am Millerntor am Samstag einiges vorgenommen. Das war jedoch schnell Makulatur. Nach 22 Minuten lagen die Franken beim FC St. Pauli bereits drei Tore in Rückstand, am Ende waren sie mit der 0:4-Niederlage angesichts zahlreicher Chancen der Hamburger noch sehr gut bedient. Trainer und Kapitän sprachen danach Klartext.

"Wir haben heute einfach alles vermissen lassen, was ein Fußballspiel benötigt", konstatierte ein "mehr als enttäuschter" Interimscoach Ralf Santelli, der ein "kollektives Versagen" gesehen hatte und im "Sky"-Interview in Erwägung zog, sich bei seinem Trainerkollegen Timo Schultz zu entschuldigen, "dass er eine Trainingseinheit mit Belastung in der Woche streichen muss, weil wir ihm die nicht geben konnten." Santelli weiter: "Heute hat gar nichts geklappt von der ersten bis zur letzten Minute. Ich glaube, jeder weiß, wie das ausgesehen hat."

Heute hat gar nichts geklappt von der ersten bis zur letzten Minute. Ich glaube, jeder weiß, wie das ausgesehen hat.

Ralf Santelli

Auch die Analyse von Christian Strohdiek fiel schonungslos ehrlich aus. "Wir haben mit Abstand das schlechteste Spiel der Saison gemacht", resümierte der FWK-Kapitän und befand, "dass das weder zweitliga- noch drittligareif war, was wir hier heute präsentiert haben." Vor allem die Leistung in der ersten Hälfte sei "einfach peinlich" gewesen, meinte Strohdiek, der die nötige Einstellung bei seinem Team komplett vermisst hatte: "Deshalb sind wir wie kleine Kinder hinterhergelaufen."

Torhüter Giefer versucht, Positives zu sehen

Wenn man etwas Positives sehen wolle, sagte Torhüter Fabian Giefer, der wegen des Ausfalls von Stammkeeper Hendrik Bonmann (Muskelverletzung) erstmals seit Anfang Januar wieder zwischen den Pfosten gestanden hatte, dann, dass "wir genau hier nicht unsere Leistung abgerufen haben. Hätten wir hier was mitnehmen wollen, hätten wir schon an unser Maximum gehen müssen." Schließlich sei St. Pauli in der aktuellen Form vielleicht "die stärkste Mannschaft der Liga".

Der Funke Hoffnung ist trotz des desolaten Auswärtsauftritts noch da. Strohdiek deutlich: "Das war heute einfach ein richtig peinlicher Auftritt und das darf nie wieder passieren." Am Dienstagabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) wartet auf die Würzburger, deren Rückstand auf Platz 16 weiter sechs Punkte beträgt, gegen Darmstadt 98 das erste von fünf Endspielen, Freitag geht es gegen den Karlsruher SC weiter.

Zunächst standen jedoch sieben Stunden Busfahrt zurück gen Süden an. "Ich mach vielleicht auch mal zwei Stunden die Augen zu", kündigte Santelli an, "das tut mir auch ganz gut."

ski