Bundesliga

BVB-Boss Watzke sieht keinen Handlungsdruck

BVB spürt trotz des Personalengpasses in der Defensive keinen Handlungsdruck

Watzke: "Aktuell sehe ich das nicht als zwingend notwendig an"

Dortmunds Klubboss Hans-Joachim Watzke sieht keinen Anlass zur Panik.

Dortmunds Klubboss Hans-Joachim Watzke sieht keinen Anlass zur Panik. imago images/Team 2

Emre Can musste erst einmal Hand anlegen, bevor er am Mittwochmorgen auf dem Fahrrad-Ergometer Platz nehmen konnte. Die Sattelhöhe passte nicht, doch mit ein paar schnellen Griffen war das kleine Problem gelöst. "Los geht's", sagte der Nationalspieler, dann trat er - wie der neben ihm postierte Mats Hummels - in die Pedale.

Die beiden deutschen Nationalspieler waren am Dienstag aus dem EM-Urlaub ins Trainingslager des BVB nachgereist. Am regulären Trainingsbetrieb jedoch nehmen sie derzeit noch nicht teil. Auch Raphael Guerreiro, der seit Sonntag in der Schweiz weilt, konnte noch nicht mit dem Team trainieren.

Spielersteckbrief Hummels
Hummels

Hummels Mats

Spielersteckbrief Can
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Can Emre

Trainersteckbrief Rose
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Rose Marco

Hummels muss die Patellasehnen-Beschwerden überwinden

Recht zeitnah sollen zumindest Can und Guerreiro an den Rest der Trainingsgruppe herangeführt werden. Bei Hummels dagegen wird es noch länger dauern, bis er wieder einsatzfähig ist. Muss der Abwehrchef doch zunächst die Patellasehnen-Beschwerden überwinden, die ihn seit der vergangenen Saison plagen. Ausgeschlossen ist, dass Hummels bereits am übernächsten Samstag mitwirken kann, wenn der BVB als Titelverteidiger beim Drittligisten Wehen Wiesbaden in die neue Pokalsaison startet. Auch sein Einsatz zum Liga-Start gegen Frankfurt ist nach Lage der Dinge unwahrscheinlich. In Dan-Axel Zagadou und Neuzugang Soumaila Coulibaly fallen zwei weitere Innenverteidiger sogar noch mehrere Monate aus.

Watzke: "Alles, was man macht, muss man mit Sinn und Verstand machen"

Anlass zur Panik allerdings sieht man bei der Borussia aufgrund der derzeitigen personellen Engpässe in der Defensive dennoch nicht. "Manuel Akanji kommt am Donnerstag zu uns zurück, Emre Can ist wieder da. Und Mats Hummels wird deutlich schneller auf dem Platz stehen, als es vielleicht bei dem einen oder anderen Medium spekuliert worden ist", gab sich Klubboss Hans-Joachim Watzke in einer Medienrunde am Mittwoch optimistisch. "Alles, was man macht, muss man mit Sinn und Verstand machen", sagte Watze. Wenn einer der etatmäßigen Innenverteidiger bis Weihnachten ausfallen würde, dann würde man das auch so sehen, dass man personell nachlegen müsse. "Aber aktuell sehe ich das nicht als zwingend notwendig an."

Ein teurer Neueinkauf ist - Stand jetzt - ohnehin kaum zu stemmen, ohne die von der Corona-Pandemie gezeichnete Finanzlage nicht noch weiter zu strapazieren. Auch wenn Watzke am Mittwoch betonte: "Wir haben eine wirtschaftliche Stärke, dass wir etwas machen könnten." Denkbar wären kreative Lösungen gegen Ende der Transferperiode, etwa ein Leihgeschäft mit Kaufoption oder ähnliches.

Doch das sind derzeit nicht mehr als Gedankenspiele. Denn der Kader der Borussia ist auf dem Papier keinesfalls zu klein, eher sogar etwas zu groß. Den einen oder anderen Abgang soll es nach dem Willen der Verantwortlichen deshalb noch geben. Das wiederum würde helfen, das Gehaltsbudget zu entlasten und den Spielraum für eine potenzielle Nachjustierung - die allerdings auch perspektivisch Sinn machen müsste - zu vergrößern.

Wolf soll kommende Woche wieder einsteigen

Einer der Wechselkandidaten ist Marius Wolf, der bereits in den vergangenen zwei Jahren an Berlin und Köln ausgeliehen war. Der 26-Jährige fällt derzeit zwar aufgrund eines Außenbandteilriss im Sprunggelenk aus, doch Wolf hat es weit weniger schlimm erwischt als zunächst befürchtet. Er soll im Laufe der kommenden Woche wieder am Trainingsbetrieb teilnehmen können. Dann bliebe ihm noch genug Zeit, sich für potenzielle Interessenten in Szene zu setzen.

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Matthias Dersch

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