Bundesliga

Was Schalkes Boss über Ausgliederung, Finanzen und die 2. Liga sagt

Dr. Jens Buchta bezieht Stellung in der Krise

Was Schalkes Boss über Ausgliederung, Finanzen und die 2. Liga sagt

"Damit hatte ich nicht gerechnet": Schalke-Boss Dr. Jens Buchta sprach auch über die sportliche Schieflage.

"Damit hatte ich nicht gerechnet": Schalke-Boss Dr. Jens Buchta sprach auch über die sportliche Schieflage. imago images

Seit Juli ist Buchta Aufsichtsratsvorsitzender bei Schalke, der 57-Jährige Rechtsanwalt übernahm das Amt von Clemens Tönnies. Eine "äußerst intensive Zeit" habe er seitdem erlebt, sagte er in einem Interview auf der S04-Website. Und das in jeglicher Hinsicht.

Da wäre zum einen der sportliche Tiefflug. Nach drei Punkten aus acht Spieltagen gehe es für Buchta nur noch um den Klassenerhalt, was auch für ihn überraschend kommt. "Vor Saisonbeginn hätte ich trotz der schlechten Rückrunde der letzten Saison mit einer solchen Situation nicht gerechnet", erklärte Buchta, der diese aber so nicht hinnehmen will: "Der Aufsichtsrat erwartet jetzt vom gesamten sportlichen Bereich, zunächst alles dafür zu tun, bis zum Jahresende eine Ausgangsposition zu schaffen, die uns die Möglichkeit zum Klassenerhalt bietet."

Schalke hat sich finanziell stabilisiert

Eine gute Nachricht für Schalke: Die im Sommer angekündigten Einsparmaßnahmen scheinen langsam zu fruchten. "Bei der wirtschaftlichen Stabilisierung kommen wir gut voran", sagte Buchta, auch wenn er die Herausforderungen diesbezüglich als "enorm" bezeichnete. Dass die europäischen Plätze mehrmals verpasst wurden, sei eine Ursache. "Die Wucht, mit der uns die Corona-Pandemie getroffen hat, war aber nicht vorauszusehen und hat die Lage deutlich verschärft. Wenn man plötzlich eine Saison ohne Spieltagseinnahmen und mit rückläufigen TV-Geldern planen muss, stellt das jeden Verein vor große Schwierigkeiten." Die Stabilisierung sei zwar inzwischen gelungen, man dürfe aber "nicht die Augen davor verschließen, dass unsere wirtschaftliche Lage angespannt bleibt".

"Kein Schnellschuss" in Sachen Ausgliederung

Auch eine Ausgliederung der Profiabteilung ist bei Schalke 04 deswegen kein Tabuthema mehr, viele Fans sind jedoch dagegen. "Schalke 04 ist wirtschaftlich weiterhin so stark, dass wir keinen Schnellschuss benötigen", sagte Buchta zu diesem Thema. "Gleichwohl ist es aber die Pflicht von Vorstand und Aufsichtsrat, Konzepte für die Zukunft zu entwickeln." Letztlich würden aber allein die Mitglieder darüber entscheiden. "Das ist in der Satzung so vorgesehen und auch der einzig richtige Weg."

Der sportliche Situation wird für die finanzielle letztlich wegweisend sein. Nach 24 Ligaspielen ohne Sieg ist aber längst die Realität in Gelsenkirchen eingekehrt, ein Abstieg alles andere als unrealistisch. Schalke spielt den Fall bereits durch, was aber auch von der Liga erwartet wird. "Die Planung eines Zweitliga-Szenarios ist bei unserem Tabellenplatz eine standardmäßige Anforderung der DFL im Lizensierungsverfahren, so dass der Vorstand sich damit beschäftigen muss", erklärte Buchta, der seit 2006 im Aufsichtsrat der Knappen sitzt.

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