DFB-Pokal

Was die Pokalprämien für Freiburg und Leipzig bedeuten

Schwarze Null versus Prestigegewinn und die Supercup-Bühne

Was die Pokalprämien für Freiburg und Leipzig bedeuten

Objekt der Begierde: Der DFB-Pokal - präsentiert vor dem Halbfinale in Hamburg.

Objekt der Begierde: Der DFB-Pokal - präsentiert vor dem Halbfinale in Hamburg. imago images

Christian Günter hat schon vor Wochen Prioritäten gesetzt. Wenn er wählen könnte, würde er den DFB-Pokal einer Champions-League-Teilnahme vorziehen, sagte der Freiburger Kapitän. Da sprach ein Spieler und kein Finanzchef. Allein durch das Startgeld gibt es in der von den Breisgauern inzwischen verpassten Königsklasse zwölf Millionen Euro mehr als in der erreichten Europa League (3,63 Mio.). Auch die Ausschüttungen aus dem Marktpool und der Koeffizienten-Rangliste sind deutlich höher als im zweithöchsten Europacup.

Die schon in der Königsklasse erprobten und deshalb in der Rangliste weit höher als Neulinge eingestuften Leipziger können daher als Vierter mit garantierten Erlösen aus den UEFA-Töpfen von 30 bis 35 Millionen planen. Summen, von denen der Sport-Club weiter nur träumen kann. Dennoch lohnt sich auch die aktuell erfolgreiche DFB-Pokalsaison. 3,913 Millionen Euro haben beide Klubs bisher eingenommen, für den Sieger gab es in vorpandemischen Zeiten fünf Millionen dazu und für den Zweiten 3,7 Millionen. Die Summen könnten nun etwas geringer ausfallen, der DFB rechnet erst nach Eingang aller Vermarktungserlöse ab.

Beachtliche Zahlen für den SC

Aber auch durch den Sondereffekt der jetzt schon sicheren rund 7,5 Pokalmillionen erwartet SC-Finanzvorstand Oliver Leki in dieser Saison bei einem geplanten Gesamtumsatz zwischen 110 und 120 Millionen eine schwarze Null. Das sei durch die erneut pandemiebedingten Zuschauereinschränkungen trotz des größeren Erlöspotenzials im neuen Stadion nicht zu erwarten gewesen. Wieder beachtliche Zahlen, nachdem der SC für 2020/21 trotz massiver Corona-Verluste bei einem Gesamtumsatz von 110,1 Millionen dank Transfereinnahmen sogar einen Überschuss von 9,8 Millionen ausgewiesen hatte.

Der Leipziger Umsatz liegt etwa beim Dreifachen, daher sind die Pokalerlöse nicht so bedeutend wie für Freiburg. Viel wichtiger wäre für die RB-Bosse, die das Team 2023 in den USA präsentieren wollen, der Prestigegewinn im Ausland durch einen Pokalsieg. Zumal dieser das Heimrecht im Supercup gegen den FC Bayern und damit neben zusätzlichen Einnahmen weitere Aufmerksamkeit nach sich zöge.

Carsten Schröter-Lorenz, oha

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Vorschau aufs DFB-Pokalfinale: Leipzig und Freiburg können Historisches schaffen

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