Mehr eSport

Was andere Vereine aus dem Schalke-Fall lernen können

Traut Euch, ihr Bundesligisten!

Was andere Vereine aus dem Schalke-Fall lernen können

Für den FC Schalke 04 ist der eSport zum Millionen-Geschäft geworden.

Für den FC Schalke 04 ist der eSport zum Millionen-Geschäft geworden. lolesports/LEC

26,5 Millionen Euro - so viel kassiert der FC Schalke 04 für den Verkauf des LEC-Slots. Ein Schritt, der die Verantwortlichen traurig stimmt, gleichzeitig aber auch eine Summe, die dem Verein durch die finanzielle Krise helfen soll. Was einst als kleines eSport-Projekt in Gelsenkirchen begann, entwickelte sich in den vergangenen Jahren zum Retter und zur bitter benötigten Finanzspritze nach dem Abstieg der Profi-Fußballmannschaft in die 2. Bundesliga.

Instrumental dafür war das Bekenntnis zum eSport, zu League of Legends und zur LEC im Jahr 2018. Acht Millionen Euro kostete dieses Bekenntnis damals - ein Investment, das sich nach heutigem Wissensstand mehr als ausgezahlt hat. Denn in Zeiten monetärer Not waren es nicht die fußballnahen eSport-Titel, die dem Kerngeschäft unter die Arme griffen, es war der etwas riskantere Vorstoß in League of Legends. Warum also zieren sich die anderen Bundesligisten beim Thema eSport größtenteils weiterhin? Das Fall Schalke zeigt: Mut lohnt sich.

Wann kommt der zweite Schritt?

Bislang strecken die meisten Vereine in Deutschland nur ihre Zehen ins Wasser des eSports. Ganz nach dem Motto: FIFA, das reicht dann auch. Vorwerfen kann man ihnen die Scheu kaum. Als fußballnahe Disziplinen bieten sich FIFA und PES für den Einstieg zweifellos an, innovativ ist das aber nicht. Auf den eSport lässt man sich damit auch nicht vollständig ein. Entsprechend bleibt das Risiko für die eigenen Finanzen und den Ruf bei der traditionellen Fangemeinschaft gering, potenzielle Gewinne aber ebenso. Und obwohl die DFL die Entwicklung des eFootballs in Deutschland vorantreibt: Bis die Szene den Stand der großen eSport-Titel erreicht, wird es noch dauern.

Nachfolger an der Spitze gesucht

Schalkes Verkauf des LEC-Slots und die angeschlagene finanzielle Situation bieten den anderen Bundesligisten eine Chance, in die Vorreiterrolle von Königsblau zu schlüpfen. Dafür ist keine League of Legends-Mannschaft erforderlich - ein Eintritt in die LEC wäre aktuell sowieso schwer und kostspielig. Partnerschaften mit anderen Organisationen oder Engagements in weiteren Titeln schaffen neue Möglichkeiten. Die LEC ist schließlich nicht die einzige eSport-Liga, die den Teams einen Startplatz über mehrere Jahre garantiert und damit einen potenziell wertsteigernden Vermögensgegenstand bietet.

Der Gewinn kann auch an anderer Stelle erzielt werden: Denn je tiefer ein Verein in den eSport einsteigt, desto mehr Fans - auch international - gewinnt die eigene Marke hinzu. Der FC Schalke 04 gelang durch sein Bekenntnis zum eSport in die Herzen vieler deutscher Gamer und wurde bei ihnen zur ersten Wahl. Das ausgeweitete Engagement in der digitalen Welt schaffte Glaubwürdigkeit und neue Fans. Nun ist es an anderen Vereinen, es ihnen gleichzutun und zum Vorreiter der Bundesliga zu werden. Wer weiß: Am Ende der Reise könnten mehr als 26,5 Millionen Euro warten.

Alles aus der Welt des eSport und des Gaming findet ihr bei EarlyGame