Bundesliga

Warum Torgarant Hofmann auf einmal nur noch Ersatz ist

Erst eine Torbeteiligung im Jahr 2024 - Stammplatz an Adli verloren?

Warum Torgarant Hofmann auf einmal nur noch Ersatz ist

Verlor zuletzt seinen Stammplatz: Jonas Hofmann.

Verlor zuletzt seinen Stammplatz: Jonas Hofmann. IMAGO/Sven Simon

In der Hinrunde stellte er einen fast unglaublichen Faktor im Leverkusener Spiel dar. In den ersten zwölf Bundesligapartien der Werkself war Jonas Hofmann - mit Ausnahme des 8. Spieltag in Wolfsburg (2:1) - immer an mindestens einem Treffer beteiligt. Fünf Treffer und sieben Vorlagen standen für den 31-Jährigen zu Buche. Der für zehn Millionen Euro aus Gladbach gekommene Offensivakteur war so etwas wie der Torgarant bei Bayer 04.

Doch im neuen Jahr möchte es bei dem deutschen Nationalspieler nicht mehr so richtig fluppen. In den bislang sieben Pflichtspielen sammelte der spielstarke Rechtsfuß nur beim 3:2-Sieg in Leipzig einen Scorerpunkt per Eckball. Es ist sein einziger Scorerpunkt in der Liga nach dem 12. Spieltag. Sein kicker-Notenschnitt, der vor der Winterpause noch bei 2,71 lag, lautet für dieses Kalenderjahr bislang nur 3,75.

Dass Hofmann seine Form nicht halten konnte, ist offensichtlich. Zuletzt verlor er sogar seinen Stammplatz, den er in der ersten Saisonhälfte noch innehatte. War sein Bankplatz mit später Einwechslung beim 2:0-Sieg in Darmstadt noch als eine vorgezogene Rotation vor den Topspielen gegen Stuttgart und die Bayern innerhalb von fünf Tagen einzuordnen, so sah dies bei den folgenden Ligaspielen gegen München (3:0) und am Samstag in Heidenheim (2:1) anders aus.

Vor diesen beiden Partien hatte Hofmann im Pokal-Viertelfinale gegen Stuttgart (3:2) sein bislang schwächstes Spiel (kicker-Note 5) für Bayer abgeliefert, hatte, völlig untypisch für ihn, kaum Einfluss aufs Spiel gehabt und war in der 63. Minute, so früh wie noch nie in dieser Saison, ausgewechselt worden.

"Er hat diese Spielintelligenz, im richtigen Raum zu sein"

Xabi Alonso betonte danach nur die Bedeutung Hofmanns, der nicht nur als Torgarant, sondern vor allem durch seine Funktion als Ideen- und Rhythmusgeber in der vorderen Linie von Bedeutung ist. Obwohl oder gerade, weil er meist unauffällig und unspektakulär, aber sehr schlau Abläufe initiiert durch kluges Passspiel und ebensolche Laufwege. "Jonas ist ein sehr, sehr wichtiger Spieler für uns. Er hat diese Spielintelligenz, im richtigen Raum zu sein. Ich habe keine Zweifel an Jonas", betone der Trainer, "wir brauchen den besten Jonas."

Dieser ist Hofmann aktuell nicht. Gegen Bayern München zog Xabi Alonso ihm Amine Adli vor - aus taktischen Gründen, weil der Baske nicht auf das gewohnte 3-4-3, sondern ein 4-2-2-2 und Konterspiel setzte, für das der Marokkaner prädestiniert ist. In Heidenheim erhielt dieser aber auch im 3-4-3 den Vorzug - und nach einem Tor und einem Assists von seinem Trainer viel Lob.

Hofmann in der Rolle des Herausforderers

So dürfte Adli auch am Freitag gegen Mainz den Vorzug erhalten. Was nur belegt, wie hoch der Konkurrenzkampf innerhalb des extrem breit und ausgeglichen besetzten Aufgebots ist. So betont auch Geschäftsführer Simon Rolfes: "Das zeigt die Qualität des Kaders. Aktuell ist Amine in einer hervorragenden Verfassung. Aber Jonas hat ja nicht nur für Torgefahr, sondern auch für viel Kontrolle im Spiel gesorgt. Wir brauchen alle. Und im März wird jeder seine Spiele kriegen."

Im Moment findet sich Hofmann in der Rolle des Herausforderers wieder. Diese wird er annehmen, um nicht erst wieder im März, wenn die englischen Wochen anstehen, durch die Rotation wieder in die Startelf zu rutschen. Ein Effekt, auf den auch Rolfes setzt. "Manchmal", sagt der Manager, "können solche Phasen einen nochmal anstacheln, um die letzten Prozente herauszuholen." Wovon dann nicht nur Hofmann, sondern der ganze Klub profitieren würde.

Stephan von Nocks