Bundesliga

Warum Schick so wichtig ist - und Bellarabi noch fehlte

Rückkehr der Mittelstürmer erweitert Leverkusens Bandbreite

Warum Schick so wichtig ist - und Bellarabi noch fehlte

Anspielstation, Wandspieler und ballsicherer Verteiler in Leipzig: Patrik Schick.

Anspielstation, Wandspieler und ballsicherer Verteiler in Leipzig: Patrik Schick. imago images/Picture Point LE

Es war ein hohes Maß an Zufriedenheit, das Gerardo Seoane nach dem 3:1-Sieg in Leipzig zur Schau stellte. Und das mit gutem Recht. Zeigte seine Mannschaft doch in der Tat eine "sehr komplette Leistung", wie der Schweizer urteilte.

"Wir haben kollektiv sehr gut verteidigt, waren sehr griffig in den Zweikämpfen, haben mit den Balleroberungen gute Lösungen gefunden, das Gegenpressing gut umspielt, viele Räume vorgefunden, um zu kontern, konnten zwischendrin auch das Spiel mit Ballbesitz beruhigen. Insgesamt hatten wir mehr Großchancen, waren gefährlicher", lautete seine Analyse.

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Schick: Anspielstation, Wandspieler und ballsicherer Verteiler

Ein entscheidender Faktor für den starken Auftritt war auch die Rückkehr von Patrik Schick und damit die eines gelernten Mittelstürmers in Bayers Startelf. Dabei waren weniger Schicks Qualitäten als Torjäger, sondern die als Anspielstation, Wandspieler und ballsicherer Verteiler von Bedeutung.

Denn mit dem tschechischen Nationalstürmer, der fünf Wochen wegen einer Sprunggelenkverletzung ausgefallen war, eröffnete sich Seoane und der Werkself auch wieder eine taktische Option. "Patrik und Lucas Alario (ebenfalls Mittelstürmer, Anm. d. Red.) geben uns die Möglichkeit, das Pressing zu überspringen. Mit ihrer Physis können sie die Bälle halten", erklärte der Schweizer.

Mehr Variation durch Aranguiz und Alario 

Mit den beiden robusten zentralen Angreifern, die beide nach wochenlanger Ausfallzeit in Leipzig erstmals wieder im Aufgebot standen, erweitert sich die Bandbreite in Bayers Spiel. Gleiches gilt für Sechser Charles Aranguiz, der wie Alario als Joker sein Comeback gab und als aggressiver Balleroberer und Spiellenker fungierte.

Die Rückkehr dieser Qualitätsspieler bringt Bayer nicht nur wegen derer individuellen Klasse voran. "Sie geben uns auch mehr Möglichkeiten, um während des Spiels und auch von Beginn weg zu variieren", betonte Seoane am Sonntag, "das hat heute sicher auch Einfluss gehabt." So stellte Bayer nach einer Stunde mit der Hereinnahme von Aranguiz (und Innenverteidiger Odilon Kossounou) von einem 4-2-3-1 defensiv auf ein 5-3-2 mit drei zweikampfstarken Sechsern um.

Bei Karim Bellarabi sehe ich die Möglichkeit, dass er am Samstag auch eingreifen kann.

Gerardo Seoane

Seoanes Rückkehrer-Trio wird Karim Bellarabi beim nächsten Spiel gegen Fürth zum Quartett erweitern. Der Rechtsaußen, der von den Verletzten nach einem Muskelfaserriss am weitesten war, sollte eigentlich schon am Donnerstag beim 3:2-Sieg gegen Celtic Glasgow wieder bereitstehen. "Bei Karim Bellarabi sehe ich die Möglichkeit, dass er am Samstag auch eingreifen kann", kündigte Seoane jetzt nach dem Leipzig-Spiel an.

Zu Nachfragen bezüglich Bellarabis Zustand und ob dieser einen Rückschlag erlitten habe, mauerte der Trainer aber auch am Sonntag wie schon vergangene Woche. Fakt ist: Einen muskulären Rückschlag hat Bellarabi nicht erlitten. Allerdings handelte sich der 31-Jährige vergangene Woche einen Infekt ein, weswegen er gegen Celtic und auch in Leipzig noch passen musste.

Stephan von Nocks

Bilder zur Partie RB Leipzig - Bayer 04 Leverkusen