Bundesliga

Warum sah Brych eine entscheidende Zeitlupe nicht?

Strittiger Elfmeter in Stuttgart

Warum sah Brych eine entscheidende Zeitlupe nicht?

Mitentscheidende Szene verpasst: Referee Felix Brych am Samstag beim Video-Studium.

Mitentscheidende Szene verpasst: Referee Felix Brych am Samstag beim Video-Studium. imago images

Festlegen wollte sich Brych nicht, doch womöglich hätte er nach Sicht der Videobilder nicht auf Elfmeter entschieden, hätte er eine bestimmte Zeitlupe zur Verfügung gehabt. Auf dieser nämlich war zu sehen, dass Sasa Kalajdzic beim Zweikampf mit Gladbachs Ramy Bensebaini über die Füße seines VfB-Mitspielers Waldemar Anton gestolpert war.

Brych bezeichnete diesen Kontakt als "mitentscheidend". Das Problem: Er sah die Bilder erst nach dem Spiel. Während der Partie sei er darauf nicht hingewiesen worden, "auch nicht am Bildschirm". Brych: "Der Kontakt unten ist uns leider verborgen geblieben."

Doch wieso kamen diese entscheidenden Bilder erst nach Spielende? Und wie kommen die Video-Assistenten überhaupt an ihre Ausschnitte?

Produziert werden die Bilder von der DFL-eigenen Gesellschaft "Sportcast", sie stellt auch die TV-Bilder für "Sky" und "DAZN" her. Der VAR (in diesem Fall Bibiana Steinhaus) und sein Assistent erhalten im "Video-Assist-Center" in der Bundesliga bei ihrer Arbeit Unterstützung von zwei Operatoren, die die Bilder zusammenstellen (in der 2. Liga von einem Operator). "Diesen Video-Technikern fällt die wichtige Aufgabe zu, möglichst schnell Szenen mit den besten Perspektiven aus dem Angebot an Bildern aus den Stadien herauszufiltern, um diese dem Video-Assistenten vorzulegen und eine optimale Bewertung zu ermöglichen", heißt es auf der DFL-Website.

In der Regel stehen dem Video-Team 19 bis 21 Kameraaufnahmen zur Verfügung, auf die es bei einer Bewertung einer Situation zurückgreifen kann. In Stuttgart wurde also entweder versäumt, die passende Perspektive unter die Lupe zu nehmen - oder Kalajdzics Stolpern wurde auf dem Ausschnitt übersehen.

Technische Hilfsmittel wie Lupenvergrößerung etc. werden im Überprüfungsprozess des Video-Assistenten übrigens nicht eingesetzt, "da ganz bewusst auf eine detektivische Suche verzichtet werden soll und der Video-Assistent nur bei klaren, offensichtlichen Fehlentscheidungen eingreift, die auf der Grundlage aller Kamerabilder, die auch jedem Zuschauer zur Verfügung stehen, basieren", erklärte unlängst Dr. Jochen Drees, DFB-Projektleiter für den Bereich Video-Assistent, dem kicker.

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Bilder zur Partie VfB Stuttgart - Bor. Mönchengladbach