Bundesliga

Warum Referee Brand nicht auf Elfmeter für Hertha entschied

Zwei Faktoren spielten eine Rolle

Warum Referee Brand nicht auf Handelfmeter für Hertha entschied

Die Berliner Spieler fragten nach dem Spiel bei Benjamin Brand nach, warum er keinen Handelfmeter pfiff.

Die Berliner Spieler fragten nach dem Spiel bei Benjamin Brand nach, warum er keinen Handelfmeter pfiff. IMAGO/Nordphoto

Beim Stand von 2:2 hatte der eingewechselte Jean-Paul Boetius in Minute 82 die Chance, Hertha erneut gegen Leverkusen in Führung zu bringen. Der Niederländer wurde zentral im Strafraum von Jonjoe Kenny freigespielt, scheiterte mit seinem ersten Versuch aber noch an Lukas Hradecky. Auch der Abpraller landete vor den Füßen von Boetius, diesmal wurde sein Versuch von Odilon Kossounou geblockt -  jedoch klar mit dem Arm.

Der Ball sprang anschließend an den Pfosten und wurde dann ins Toraus geklärt, ehe sämtliche Berliner Spieler einen Handelfmeter forderten. Schiedsrichter Benjamin Brand entschied jedoch auf Ecke, auch vom Video-Assistenten Matthias Jöllenbeck kam kein Hinweis.

Schwarz: "Das ist Wahnsinn"

"Der Ball geht gegen die Hand und wechselt komplett die Richtung", so Herthas Marco Richter, der zudem fand, dass es "tausendprozentig ein Tor" gewesen wäre. Auch sein Trainer Sandro Schwarz zeigte kein Verständnis für die Entscheidung des Schiedsrichter-Teams. "Ich hoffe, da sind wir uns alle einig. Herr Brand hat es anders bewertet auf dem Spielfeld, das kommt vor. Aber bei Herrn Jöllenbeck als Videoassistent ist es mir ein Rätsel, warum er den Schiedsrichter nicht wenigstens mal rausschickt, um die Situation zu bewerten. Das ist für mich Wahnsinn", so der Berliner Coach am "Sky"-Mikrofon.

Dort erklärte auch nach der Partie Referee Brand selbst, wie er die Szene wahrgenommen hatte. Der 33-Jährige hatte bei Kossounou weder eine unnatürliche Bewegung des Armes noch Absicht erkennen können. Lediglich auf dieser Grundlage könne laut Brand eine Elfmeterentscheidung getroffen werden. "Das kann ich beides verneinen, deswegen würde ich auch nach Betrachten der Fernsehbilder bei meiner Entscheidung bleiben", erklärt Brand.

Brand: Verfahren mit dem VAR korrekt

Auch die Tatsache, dass er nicht in die Review-Area geschickt wurde, bewertete Brand im Nachgang als korrekt. "Der Video-Schiedsrichter muss sich die Frage stellen, ob er mir einen neuen Eindruck verschaffen kann, wenn ich rausgehe. Das war hier nicht der Fall. Der Arm wird in einer normalen Art und Weise gehalten und wird nur durch den Schwung des Balles nach hinten mitgenommen."

Dass der Ball sicher ins Tor gegangen wäre, spiele derweil keine Rolle - auch wenn Brand diese Argumentation nachvollziehen konnte. "Ich verstehe den Ärger, weil es unmittelbar vor dem Tor eine sehr prominente Zone ist."

tso

Bilder zur Partie Hertha BSC - Bayer 04 Leverkusen