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Super League: Real und Barça kämpfen weiter - Ceferin kontert Perez

"Super League ist nötig"

Warum Real und Barça weiterkämpfen - Ceferin kontert Perez

Real Madrid und den FC Barcelona eint gerade mehr als üblich.

Real Madrid und den FC Barcelona eint gerade mehr als üblich. Getty Images

So einig haben Real Madrid und der FC Barcelona womöglich noch nie Seite an Seite gekämpft. Obwohl sich alle anderen zehn Klubs inzwischen von der geplanten Super League mehr oder weniger deutlich distanziert haben, glauben die beiden La-Liga-Erzrivalen weiterhin fest an das Konzept - vielleicht, weil sie es müssen.

"Die Super League ist nötig", so Barça-Boss Joan Laporta, der am Donnerstag beim katalanischen Fernseh-Sender "TV3" sein Schweigen brach. "Es ist absolut nötig, dass wir große Klubs, die einen beträchtlichen Teil der Ressourcen beitragen, auch bei der Verteilung der Einnahmen ein Wort mitreden." Man sei "offen für einen offenen Dialog mit der UEFA". In einem langen Statement am Abend kündigte Barça eine ausführliche Analyse der "Reaktionen" an, ohne sich von der Super League zu distanzieren.

Vor allem die "sehr hohen Gehälter" seien eine Last, so Laporta

Florentino Perez, der Vorsitzende der zerfallenen Super League und Präsident von Real Madrid, hatte zuvor dem spanischen Radiosender "Cadena Ser" gesagt, das Projekt sei nur "auf Stand-by", tot sei es nicht. "Wir arbeiten daran. Es wird etwas herauskommen, von dem die Welt denkt, dass es das Beste ist." Und übrigens gehe aus den Verträgen klar hervor, "dass du nicht gehen kannst".

Laporta und Perez haben dasselbe Problem: Ihre Klubs sind hochverschuldet, und die Corona-Pandemie hat alles noch viel schlimmer gemacht. "Dieses Jahr", so Perez, "werden die Klubs zwei Milliarden Euro Miese machen, Geld, das sie gar nicht haben." Auch Laporta betonte, dass man mehr Ressourcen brauche. Vor allem die "sehr hohen Gehälter" der Spieler seien eine große Last.

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Das klingt nicht nur aus Sicht desjenigen Klubs, der Lionel Messi allein zwischen Sommer 2017 und Sommer 2021 offenbar gut 555 Millionen Euro vertraglich zusichert, abenteuerlich. Die Spielergehälter sind ja nicht von alleine explodiert - sondern weil Topklubs wie Real und Barça bereit waren, sie zu bezahlen, Kostendeckung hin oder her.

Perez wittert UEFA-"Show" - Ceferin antwortet prompt

Die breite Ablehnung der Super League hat Perez offenkundig überrascht. "Es war, als hätten wir jemanden getötet. Es war, als hätten wir den Fußball getötet", sagte der 74-Jährige. "Aber wir versuchen, einen Weg zu erarbeiten, um den Fußball zu retten. Ich bin seit 20 Jahren im Fußball und ich habe noch nie Drohungen wie diese gesehen." Die UEFA habe eine "Show" hingelegt und "es so aussehen lassen, als hätten wir eine Atombombe abgeworfen".

Aleksander Ceferins Konter ließ nicht lange auf sich warten. "Perez ist der Präsident einer Superliga, die es nicht gab", sagte der UEFA-Präsident im slowenischen Fernsehen. "Und derzeit ist er der Präsident von nichts."

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jpe/dpa