2. Bundesliga

Warum Lilien-Coach Anfang Dursun den möglichen Hattrick verwehrte

Darmstadts Matchwinner durfte die Elfmeter gegen Braunschweig nicht schießen

Warum Lilien-Coach Anfang Dursun den möglichen Hattrick verwehrte

Serdar Dursun (re.) hätte gerne einen Hattrick erzielt, den Elfmeter zum 4:0 durfte aber schließlich Tobias Kempe schießen.

Serdar Dursun (re.) hätte gerne einen Hattrick erzielt, den Elfmeter zum 4:0 durfte aber schließlich Tobias Kempe schießen. imago images

Sechs Tore und drei Vorlagen gelangen Dursun bereits in den ersten neun Begegnungen in dieser Saison - allein vier Scorerpunkte (2/2) erzielte er dabei beim 4:0 gegen Braunschweig. Gegen die Niedersachsen stellten die Lilien durch zwei Doppelschläge den Endstand schon zur Pause her. Dursun traf dabei zweimal aus dem Spiel heraus (7., 34.) und holte zudem zwei Elfmeter heraus (6., 36.) - beide verwandelte Teamkollege Tobias Kempe, der damit zum Topscorer der 2. Bundesliga aufstieg.

Beim zweiten Elfmeter wollte ich Verantwortung übernehmen, aber wir haben uns beide gut gefühlt - und dann entscheidet der Trainer.

Serdar Dursun
Spielersteckbrief Kempe
Kempe

Kempe Tobias

Spielersteckbrief Serd. Dursun
Serd. Dursun

Dursun Serdar

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Anfang

Anfang Markus

Besonders den zweiten Strafstoß hätte Dursun sehr gerne selbst geschossen, er hatte den Ball schon in der Hand. Ein Treffer vom Punkt wäre mit einem lupenreinen Hattrick für Dursun einhergegangen - doch sowohl Kempe als auch Trainer Markus Anfang legten ihr Veto ein. "Tobi hat den ersten gut verwandelt, ich sah keinen Grund, das zu ändern", so Anfang im Anschluss der Partie auf der Pressekonferenz. Nach dem Tor nahm Anfang seinen Stürmer zur Seite und teilte ihm mit, er hätte die Qualität und könne "sich andere Situationen ziehen".

Serdar Dursun, Markus Anfang

Erklärung notwendig: Markus Anfang (li.) und Serdar Dursun. imago images

"Meine vier Scorerpunkte genieße ich natürlich"

Und wie sah Dursun die Situation? "Beim zweiten Elfmeter wollte ich Verantwortung übernehmen, aber wir haben uns beide gut gefühlt - und dann entscheidet der Trainer", wird der Angreifer auf der Website der Lilien zitiert. Kempe trat an und verwandelte sicher, somit gab sich Dursun am Ende zufrieden - zumindest bis zur Pause. "Meine vier Scorerpunkte genieße ich natürlich, auch wenn ich gerne nach der Halbzeit noch weitergemacht hätte", so der Angreifer schmunzelnd.

"Das war wirklich gut heute"

In der Tat schalteten die Lilien im zweiten Abschnitt in den Verwaltungsmodus, offensiv passierte nur noch wenig, Matchwinner Dursun wurde schließlich in der 82. Minute durch Felix Platte ersetzt. "Nach einem 4:0 zur Pause wollten wir dann den Ball halten, keine einfachen Fehler machen und insgesamt geht der Sieg absolut in Ordnung. Das war wirklich gut heute", so Dursun.

Nach zuletzt drei sieglosen Partien in Folge (0/1/2) konnte Darmstadt nun also wieder einen Dreier einfahren - es war zugleich der erste Heimsieg am Böllenfalltor in dieser Saison. Den Schwung wollen die Lilien mit in den 10. Spieltag nehmen. "Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, sondern müssen genau da weitermachen", so Trainer Anfang, der sich vor allem auch über die Defensivleistung gefreut haben dürfte. Denn in den drei Spielen zuvor gab es insgesamt zehn Gegentreffer. Am kommenden Freitag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) will Torhüter Marcel Schuhen dann zum dritten Mal in dieser Saison die weiße Weste wahren.

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